Astronomisch endet der Sommer zwar erst am 23. September mit der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche, aus meteorologischer Sicht jedoch mit Ende August. Sprechen Meteorologen also vom Sommer meinen sie die Monate Juni, Juli und August. Der österreichische Wetterdienst UBIMET mit Sitz in Wien zieht Bilanz.
Wien, 31.08.2010 – Der meteorologische Sommer 2010 verabschiedete sich mit Regen, Kälte und Schnee im Gebirge. „In den Tiroler Nordalpen sind bis zu 60cm Neuschnee gefallen, selbst in den Tallagen wie in Hochfilzen zwischen Salzburg und Tirol schneite es.“, sagt Stefan Eisenbach, Meteorolge beim Wetterdienst
UBIMET. Laut den Experten des größten privaten Wetterdienstes in Österreich wird es zwar im Laufe dieser Woche wieder freundlicher, die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich jedoch nur noch um 20 Grad. „In einigen Alpentälern, wie im Defereggen oder im Tiroler Seefeld ist in den kommenden Tagen sogar schon mit den ersten Morgenfrösten zu rechnen.“, erklärt Eisenbach. Dass in der zweiten Septemberhälfte noch die 30 Grad Marke erreicht wird ist laut den Meteorolgen nicht sehr wahrscheinlich, dazu werden die Tage schon zu kurz.
Der Sommer war zu warm Zurück zum Sommer: Auch wenn es sich derzeit nicht so anfühlt, der Sommer 2010 war wärmer als im langjährigen Durchschnitt. „Im Juni lagen die Temperaturen um 1 bis 2 Grad über dem Klimamittel, im Juli sogar um 2 bis 3 Grad.“, betont Eisenbach. „Nur im August entsprachen die Temperaturen in etwa dem Klimasoll“. Auffällig in diesem Sommer waren nach Angaben der Meteorologen jedoch vor allem die großen Niederschlagsmengen. „Vor allem der Nordosten Österreichs bekam heuer deutlich mehr Regen ab“, so Eisenbach. Es gab jedoch auch Regionen, in denen es trockener als im langjährigen Durchschnitt. Laut den Auswertungen von
UBIMET gab es von Tirol über den Süden Salzburgs und Kärnten bis in die südliche Steiermark heuer weniger Regen.
Juni: Wechselhaft, nur im Süden sonnigAuch wenn der Juni in vielen Teilen des Landes durchwachsenes Wetter brachte, so war es österreichweit gesehen um 1 bis 2 Grad zu warm. Freundlicheres Wetter gab es vor allem im Süden, die Sonnenscheindauer um lag hier 20 bis 30% über dem langjährigen Mittel lag. „Der absolute Tageshöchstwert wurde in der südlichen Steiermark mit 35,6 Grad am 12. Juni in Leibnitz-Wagna gemessen“, bestätigt Eisenbach. Mit 305,7 Liter pro Quadratmeter liegt die Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz bei den Regensummen an der Österreich-Spitze. Das entspricht 150 % des durchschnittlichen Juniniederschlages. Generell lagen die Niederschlagsmengen nördlich der Alpen und im Osten über dem langjährigen Mittel, während es im Süden zu trocken war.
Juli: Hitzewelle und teils kräftiger RegenDer Juli fällt mit Werten von 2 bis 3 Grad über dem Durchschnitt noch wärmer als der Juni aus, in Graz war es sogar um 4 Grad zu warm. Die höchste gemessene Temperatur lag laut
UBIMET mit 37,2 Grad abermals im Süden, in St. Andrä im Lavanttal. Passend zu den deutlich zu warmen Temperaturen lag auch die Sonnenscheindauer im gesamten Bundesgebiet um 20 bis 40 % über dem Durchschnitt. Obwohl der Juli deutlich zu warm war, heißt das nicht, dass es auch zu trocken war. Besonders in den Nordalpen und im Nordosten lag die Niederschlagsmenge um 20 bis 80 % über dem Schnitt. Am feuchtesten war es erneut in Vorarlberg, in Alberschwende im Bregenzerwald wurden von der Wetterstation 387 Liter pro Quadratmeter an Regen registrert. An Platz zwei folgt erneut die Vorarlberger Landeshauptstadt mit 360 Liter pro Quadratmeter. Zu trocken verlief der Juli hingegen im Süden oder auch im Raum Innsbruck. Hier fielen nur 40 bis 80 % der durchschnittlichen Regenmenge. Der höchste gemessene Stundenniederschlag wurde am 17.7 mit 50,5 Litern in Kapfenberg gemessen, mit 113 Litern in einem Tag hat St. Wolfgang in Oberösterreich bei den Tagessummen die Nase vorn.
August: Regen, Regen, RegenIm August lagen die Temperaturen bundesweit mehr oder weniger im Durchschnitt, die höchste Temperatur wurde unterstützt vom Südföhn in Weyer am 23. mit 34,3 Grad erreicht. Die Sonnenscheindauer lag besonders im Westen und im Bergland 10 bis 25 % unter dem Mittelwert, überall sonst nur wenig darunter. Die Niederschlagsmengen sind deutlich überdurchschnittlich. „Außergewöhnlich am August 2010 ist, dass es in ganz Österreich mehr Regen als im Schnitt gab. In keiner einzigen Region fiel heuer weniger Regen als im Klimamittel“, betont
UBIMET-Meteorologe Stefan Eisenbach. Laut
UBIMET wurden bereits Anfang des Monats wurden an vielen Klimastationen im Nordosten die Jahresniederschlagsmengen erreicht. „In Eisenstadt fiel im August fast das vierfache der ansonsten üblichen Regenmenge“, so Eisenbach weiter. Am meisten Regen bekamen wie auch in den Vormonaten die Vorarlberger ab, wobei das Maximum am Niederschlag erneut im Bregenzerwald lag. An der Wetterstation Schröcken wurden 453 und in Alberschwende 363 Liter pro Quadratmeter gemessen. Bei den maximalen Stundenmengen führt St. Michael im Lungau mit 65 Litern am 22. August die Statistik an, die Tageswertung entscheidet Bregenz am 5. August mit 94 Litern für sich.
Der Sommer 2010 in ZahlenHöchsttemperatur: 37,2 Grad in St. Andrä/Lavanttal (K) (22.7.2010)
Tiefsttemperatur (Tallagen): 0,2 Grad in Hochfilzen (T) (31.8.2010)
Sonnenschein: 810 Std. in Neusiedl am See (B)
Niederschlag: 1024 l/m² in Alberschwende (V)
Hitzetage (über 30 Grad): 27 Tage in Ferlach (K)
Tropennächte (Temperatur sinkt nicht unter 20 Grad): 24 Nächte in Wien-Innere Stadt (W)
LINKS:Institut für ubiquitäre Meteorologie (
UBIMET):
www.ubimet.com Österreichische Unwetterzentrale (UWZ):
www.uwz.at