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Dezemberwärme im Gebirge

Dezemberwärme im Gebirge

Kaum Schnee, viel Sonne

Wien, 15.12.2015 – Der Dezember ist zur Hälfte vorbei, Zeit für den Wetterdienst UBIMET sich der Statistik zu widmen. Dabei stechen neben den hohen Temperaturen auf den Bergen die Trockenheit im Süden sowie der große Schneemangel besonders hervor. Die Sonne schien dafür in weiten Landesteilen länger als im Schnitt, teils wurde sogar bereits das Monatssoll erreicht.

Berge extrem mild

Die Bilanz der ersten Dezemberhälfte zeigt ein eindeutiges Bild: Auf den Bergen liegt die Temperatur österreichweit um knapp 6 Grad über dem langjährigen Monatsmittel. „Am Patscherkofel (T) und am Feuerkogel (OÖ) beträgt die Differenz zum Mittelwert sogar jeweils knapp 6,5 Grad“, erklärt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. Aber auch in den Niederungen verläuft der Dezember bislang sehr mild, auch wenn die Abweichungen aufgrund der häufigen Inversionswetterlagen nicht ganz so markant ausfallen. So liegen die Temperaturen vom Flachgau bis ins Nordburgenland derzeit um circa 4 Grad über dem Dezembermittel. In den Tälern nördlich des Alpenhauptkamms, also in weiten Teilen Nordtirols, Salzburgs und der Obersteiermark sowie im Südosten betragen die positiven Abweichungen rund 2 Grad. Die absoluten Ausnahmen zur ansonsten sehr milden ersten Dezemberhälfte bilden allerdings die Kaltluftseen im Süden. In Klagenfurt (K) oder Lienz (T) liegen die Temperaturen im Bereich des langjährigen Mittels. „Gerade in den Tälern Kärntens merkt man von der Dezemberwärme nichts. In Klagenfurt und Bad Bleiberg beispielsweise gab es bereits 8 Tage, an denen die Temperatur nicht über den Gefrierpunkt hinaus kam“, sagt Lukas.

Trockenheit und extremer Schneemangel

Das anhaltende Hochdruckwetter spiegelt sich auch in der aktuellen Niederschlagsbilanz wider. Speziell vom Tiroler Alpenhauptkamm über Osttirol und Kärnten, bis in die Steiermark und ins südöstliche Niederösterreich setzt sich die extreme Trockenheit auch im Dezember fort. „Stellenweise, etwa in Lienz (T), Villach (K) oder Zeltweg (ST), blieb es bislang sogar komplett trocken“, zeigt sich Lukas erstaunt. Aber auch in Vorarlberg, großen Teilen Tirols sowie im Osten regnete und schneite es weniger als üblich. Ausgeglichen präsentiert sich die Niederschlagsbilanz aktuell nur gebietsweise an der Alpennordseite. Extrem ist zudem der Schneemangel in weiten Teilen der österreichischen Alpen. „Im Süden liegt selbst oberhalb von 2000 m praktisch kein Schnee. Aber auch entlang und nördlich des Alpenhauptkamms ist die Schneelage aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen nur unwesentlich besser“, weiß Lukas. Durchwegs schneefrei präsentieren sich wenig überraschend die Täler, einzig im hinteren Bregenzerwald, etwa in Schröcken (V) liegen aktuell immerhin noch 17 cm Naturschnee.

Sonne im Plus, stürmischer Monatsstart

Die Sonnenscheinbilanz fällt zur Monatsmitte österreichweit überdurchschnittlich aus. Im Rheintal, in Teilen Oberösterreichs, im Salzkammergut, aber auch in Teilen Kärntens, der Steiermark und Niederösterreichs wurde an einigen Orten das Monatssoll erreicht oder sogar überschritten. „Hier fällt sofort Feldkirch (V) auf, wo mit 61 Sonnenstunden die Sonne zur Monatsmitte rund 10 Prozent öfter als in einem durchschnittlichen Dezember schien“, sagt Lukas. Vergleichsweise trüb blieb es nur in den typischen Nebelregionen, etwa in Unterkärnten, der Mur-Mürz-Furche sowie im Wiener Becken und im Weinviertel. Der Wind spielte abgesehen vom Monatsbeginn keine Rolle. Zum 1. des Monats wurden im östlichen Flachland allerdings mit 101 km/h auf der Hohen Warte sowie in Wien-Unterlaa schwere Sturmböen registriert. Auf den Bergen gab es sogar Orkanböen. „Am Feuerkogel lagen die Windspitzen bei über 170 km/h“, fügt der Meteorologe hinzu.

Extremwerte 1. Monatshälfte Dezember 2015 (Stand 15.12.2015, 8 Uhr)

Höchste Temperaturen (Bundesland, Seehöhe, Tag)

17,9 Grad Deutschlandsberg (ST, 354 m, 01.)

16,4 Grad Güssing (B, 219 m, 01.)

16,2 Grad Lutzmannsburg (B, 208 m, 01.)

 

Tiefste Temperaturen dauerhaft bewohnte Orte (Bundesland, Seehöhe, Tag)

-13,3 Grad St. Michael/Lungau (S, 1050 m, 11.)

-10,4 Grad Hermagor (K, 558 m, 11.)

-10,1 Grad Puchberg/Schneeberg (NÖ, 580 m, 11.)

 

Absolut nassester Orte (Summe 1.12. - inkl. 14.12.)

89 l/m² Kössen (T, 589 m)

85 l/m² Bad Ischl (OÖ, 510 m)

78 l/m² Mondsee (OÖ, 481 m)

 

Absolut trockenste Orte (Summe 1.12.- 14.12.)

0,0 l/m² Lienz (T, 659 m)

0,0 l/m² Zeltweg (ST, 684 m)

0,8 l/m² Mattersburg (B, 278 m)

 

Schneereichste dauerhaft bewohnte Orte (Bundesland, Seehöhe, Tag)

22 cm Schröcken (V, 1260 m, 01.)

21 cm Langen (V, 1250 m, 01.)

17 cm Warth (V, 1475 m, 01.)

 

Sonnigste bewohnte Orte (Sonnenstunden 1.12.- inkl. 14.12.)

93 Stunden Neumarkt (ST, 870 m)

89 Stunden Mariapfarr (S, 1151 m)

84 Stunden Sulzberg (V, 1015 m)

 

Höchste Windspitzen in den Tallagen/Niederungen (Bundesland, Seehöhe, Tag)

101 km/h Wien/Hohe Warte (W, 198 m, 01.)

97 km/h Wien/Innere Stadt (W, 171 m, 01.)

94 km/h Hollenthon/Bucklige Welt (NÖ, 675 m, 01.)

 

Höchste Windspitzen im Gebirge (Bundesland, Seehöhe, Tag)

173 km/h Feuerkogel (OÖ, 1618 m, 01)

122 km/h Buchberg (NÖ, 467 m, 01.)

108 km/h Rax (NÖ, 1547 m, 01.)