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Facettenreicher Juni: Trockener Osten, gewittriger Westen

Wien / Innsbruck, 29.06.2015 – Der Juni 2015 brach zwar keine Rekorde, aber er fiel durch große Vielfältigkeit auf. Nach der ersten Hitzewelle des Jahres folgten lokale Unwetter mit Murenabgängen und eine markant ausgeprägte Schafskälte. Hochdruckeinfluss und Sommertemperaturen sorgten schließlich aber für ein versöhnliches Ende, bilanziert der Wetterdienst UBIMET.

Trotz Schafskälte in Summe zu warm

Schon der Start in den ersten Sommermonat Juni war vielversprechend, denn er brachte sommerlich warmes Wetter und ein paar Tropentage (Temperaturmaximum >30 Grad). „Die höchste Temperatur wurde am 12. Juni mit 34,5 Grad in Gars am Kamp gemessen”, erklärt der UBIMET-Meteorologe Clemens Teutsch-Zumtobel. Der für viele herbe Absturz folgte allerdings gleich darauf. „Eine kräftige Kaltfront brachte am 15. im ganzen Land einen regelrechten Temperatursturz. In den Nord- und Zentralalpen kehrte oberhalb von 2000 m sogar noch einmal der Winter zurück“, so Teutsch-Zumtobel weiter. Dennoch fällt auch dieser Monat in Summe um etwa ein Grad zu warm aus.

Viele Gewitter im Westen, Trockenheit im Osten

Die Niederschlagsbilanz des Monats könnte unterschiedlicher nicht sein. „Zwischen Vorarlberg und Oberösterreich regnete es durchschnittlich viel. Je weiter man nach Osten und Süden kommt, desto trockener war es“, so der UBIMET-Experte. In Summe kamen im Bregenzerwald und am Arlberg mehr als 200 l/m² zusammen, im Osten (nördliches Weinviertel, südliches Wiener Becken) aber teilweise nicht einmal 10 bis 15 Liter. „Gerade in der Westhälfte sind die großen Niederschlagsmengen durch einige Nordweststaulagen und mitunter heftige Gewitter zustande gekommen, im Süden war es ein Genuatief“, erklärt Teutsch-Zumtobel. „Im Osten fehlen teilweise 80 % und mehr vom Monatssoll.“

Sonnenschein und Windböen

Trotz der vielen Schauer und Gewitter im Gerbige ist die Sonnenscheinbilanz überall ausgeglichen. „Ein Plus von 10 bis 20 % gab es vor allem zwischen Wien und Eisenstadt sowie in Klagenfurt.“ Die Windböen waren in diesem Monat hingegen beinahe unauffällig. Teutsch-Zumtobel: „Die stärksten Böen wurden im Zusammenhang mit Gewittern registriert, wie in Waidhofen an der Ybbs mit 108 km/h, in Aspach mit 104 km/h und in Retz mit 94 km/h.” Eines der zahlreichen Gewitter hat im Tullnerfeld am 20. Juni womöglich auch zu einem Tornado geführt. „Die Bilder und Videos zeigen eine sogenannte Funnelcloud (Trichterwolke) und man kann davon ausgehen, dass sie auch Bodenkontakt hatte. Das wäre dann ein Tornado.“ Im Schnitt gibt es in Österreich fünf bis zehn Tornados im Jahr mit unterschiedlichen Stärken und Auswirkungen.

 

Extremwerte Österreich: Juni 2015 (Stand: 29. Juni 2015)

 

Höchste Temperaturen (Bundesland, Seehöhe, Tag)

34,5 Grad Gars am Kamp (NÖ, 248 m, 12.)

34,0 Grad Andau (B, 122 m, 13.)

33,9 Grad Krems (NÖ, 204 m, 12.)

 

Tiefste Temperaturen in dauerhaft bewohnten Orten (Bundesland, Seehöhe, Tag)

0,3 Grad Obertauern (S, 1763 m, 24.)

0,8 Grad Obergurgl (T, 1938 m, 20.)

1,1 Grad St. Michael/ Lungau (S, 1050 m, 25.)

 

Nasseste Orte (Monatssumme 1.6. - 28.6.)

252 l/m² Rudolfshütte (S, 2304 m)

243 l/m² Schoppernau (V, 850 m)

234 l/m² Schröcken (V, 1260 m)

 

Sonnigste, dauerhaft bewohnte Orte (Monatssumme 1.6. - 28.6.)

295 Stunden Mörbisch (B, 116 m)

291 Stunden Andau (B, 122 m)

290 Stunden Hohenau (NÖ, 155 m)

 

Größte Windspitzen in den Tallagen/Niederungen (Bundesland, Seehöhe, Tag)

108 km/h Waidhofen/ Ybbs (NÖ, 360 m, 13.)

104 km/h Aspach (OÖ, 431 m, 1.)

94 km/h Retz (NÖ, 320 m, 14.)

 

Größte Windspitzen im Gebirge (Bundesland, Seehöhe, Tag)

112 km/h Rudolfshütte (S, 2304 m, 14.)

108 km/h Feuerkogel (OÖ, 1618 m, 23.)

 

104 km/h Patscherkofel (T, 2247 m, 13.)