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Herbst: Die Jahreszeit der Gegensätze

Herbst: Die Jahreszeit der Gegensätze

Sonniges Bergland versus trübe Niederungen

Wien, 27.10.2015 – Während in einigen Regionen Sonnenschein und Wärme für den sprichwörtlich goldenen Oktober sorgen, führen gleichzeitig Nebel und Hochnebel andernorts zu trüben und kalten Verhältnissen. Die Wetterexperten von UBIMET erklären, wie es trotz Hochdruckwetters zum Dauergrau kommt und welche Regionen in Österreich dafür besonders anfällig sind.

Verkehrte Welt

Im Herbst ist bei Hochdrucklagen häufig grau die vorherrschende Farbe beim Wetter. Obwohl hoher Luftdruck Sonnenschein und nur wenige Wolken suggeriert, halten sich gerade dann in den Niederungen oft zähe Nebel- und Hochnebelfelder, die selbst am Nachmittag kaum der Sonne weichen. Nebel und Hochnebel entstehen bei entsprechender Feuchte in den unteren Luftschichten entweder vor Ort durch die nächtliche Auskühlung oder werden aus Nebel- und Hochnebelgebieten herantransportiert. Voraussetzung für Hochnebel ist jedenfalls Hochdruckeinfluss, unter dem großräumige Absinkbewegungen einsetzen. „An der daraus resultierenden Sperrschicht, der sogenannten Temperaturinversion mit warmer Luft in der Höhe und kalter Luft am Boden, befindet sich dann die Wolkengrenze, an der sich der Hochnebel seitlich ausbreitet und dadurch kilometerweit eine konturlose Wolkenmasse bildet“, so UBIMET-Meteorologe Josef Lukas.

Nebelgebiete

In Österreich gibt es einige Regionen mit einer überdurchschnittlich hohen Nebelhäufigkeit. Diese liegen einerseits generell an Flüssen und Seen, ein gutes Beispiel hierfür sind die oberösterreichischen Voralpen mit Traun-, Mond- und Attersee sowie das Gebiet um den Bodensee. Große Gewässer sind jedoch keine Grundvoraussetzung für das Auftreten von Nebel und Hochnebel. „Auch die Beckenlagen Südösterreichs rund um Graz und Klagenfurt sowie die Mur-, Mürzfurche zeigen sich besonders anfällig für das trübe Grau“, weiß Lukas. Eine meteorologische Besonderheit besteht von der südlichen Steiermark bis zum Waldviertel. Hier bilden sich Nebel und Hochnebel bevorzugt bei Südostwind. Da das Gelände von der Pannonischen Tiefebene hin zum Steirischen Hügelland über den Alpenostrand sowie das Waldviertel ansteigt, wird die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben. Hebung verursacht Kondensation, in weiterer Folge bildet sich Hochnebel.

Unten grau, oben blau

Mittwoch und Donnerstag bringen zwar ebenfalls sehr viel Grau, allerdings sind nicht nur der Nebel- und Hochnebel dafür verantwortlich. „Ein Mittelmeertief steuert vorübergehend dichtere Wolken zu uns, zwischen Vorarlberg und der südlichen Steiermark regnet es speziell am Donnerstag zeitweise etwas“, sagt Lukas. Überall sonst bleibt es zwar ebenfalls oft trüb, aber von etwas Nieseln abgesehen, trocken. Mit 8 bis 18 Grad liegen die Temperaturen weiterhin im milden Bereich für Ende Oktober. Typisches Herbstwetter stellt sich wieder ab Freitag ein. „Auf den Bergen sowie in vielen Alpentälern dominiert strahlender Sonnenschein, zum Teil sogar bei wolkenlosem Himmel und ausgezeichneter Fernsicht. In den Niederungen sowie in den Becken und Tälern Südösterreichs können Nebel und Hochnebel aber mitunter recht zäh sein“, so der Meteorologe weiter. Die Temperaturen bewegen sich dabei je nach Nebel und Sonne zwischen 8 und 18 Grad und selbst in 2000 m werden milde 5 bis 9 Grad gemessen.