ubimet hq1 02
Unternehmen  Presse

PresseArchiv Wetter

Nasser und trüber Oktober im Süden und Osten

Nasser und trüber Oktober im Süden und Osten

Zwei- bis dreimal so viel Regen, ausgeglichene Temperaturbilanz 

Wien, 28.10.2015 – Mit Riesenschritten neigt sich der Oktober dem Ende zu. Somit ist es wieder an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Vor allem im Süden und Osten brachte der Monat viel Regen und der häufige Tiefdruckeinfluss in den ersten beiden Monatsdritteln sorgte zudem für ein Minus bei den Sonnenstunden. Wenig auffällig verlief der Monat hingegen hinsichtlich der Temperaturen und auch der Winter meldete sich mit Ausnahme des Berglandes noch kaum zu Wort, berichtet der Wetterdienst UBIMET. 

Deutliches Niederschlagsplus im Süden und Osten 

Erstmals seit Mai wurden im östlichen Flachland wieder überdurchschnittliche Niederschlagsmengen registriert, in den nördlichen Regionen des Wald- und Weinviertels sogar erstmals seit Jänner. „Besonders sticht dabei Retz im nördlichen Weinviertel ins Auge, wo fast 3,5-mal mehr Regen gefallen ist als in einem normalen Oktober. Statt der durchschnittlichen 28 Liter pro Quadratmeter prasselten hier 93 Liter nieder“, sagt UBIMET- Meteorologe Martin Schreiter. Auch in St. Pölten fällt die Bilanz sehr nass aus: Die niederösterreichische Landeshauptstadt registrierte mit 124 Litern dreimal mehr Regen als üblich. Ganz ähnlich zeigt sich die Situation von Unterkärnten bis ins Burgenland. „Hier sorgten zahlreiche Mittelmeertiefs zum Teil für mehr als doppelt so viel Regen“, erklärt Schreiter. Österreichweit ist ein starkes Ost-West-Gefälle erkennbar: In weiten Teilen Oberösterreichs, in Osttirol und Oberkärnten sowie in der Obersteiermark fiel die Bilanz ausgeglichen aus, gar zu trocken blieb es zwischen Vorarlberg und dem westlichen Oberösterreich. Hier regnete es gebietsweise rund 25 Prozent weniger als im Schnitt. 

Keine großen Temperatursprünge 

Der zweite Herbstmonat brachte temperaturmäßig kaum Überraschendes: „In Summe bilanziert der Oktober nahezu ausgeglichen. Die Abweichungen nach oben bzw. unten bewegen sich meist nur im Zehntelbereich“, so Schreiter. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich aber dennoch ein paar interessante Details: Auf den Bergen verliefen vor allem die ersten beiden Monatsdrittel zum Teil deutlich kälter als im langjährigen Durchschnitt. Die in höheren Lagen ausgesprochen milde, föhnige Wetterphase am Monatsende glich das Minus aber wieder aus und sorgte so zum Schluss doch noch für eine durchschnittliche Oktobertemperatur. In vielen Regionen trat zudem der erste Morgenfrost auf, selbst im Wiener Umland gab es bereits bis zu zwei Frosttage.

„Das ist allerdings in klaren Oktobernächten nicht außergewöhnlich und tritt regelmäßig auf. Auffallender sind da die bislang frostfreien Regionen, wie die südliche Steiermark, das Inntal aber auch das Salzachtal. Hier verhinderten viele Wolken sowie Nebel und Hochnebel eine starke Auskühlung“, so der Meteorologe. 

Sonnenmangel 

Die Sonnenscheinbilanz fällt aufgrund des häufigen Tiefdruckeinflusses sowie zahlreicher Tage mit Nebel und Hochnebel unterdurchschnittlich aus. „Besonders selten bekam man die Sonne in den Niederungen Ost- und Südösterreichs zu Gesicht. Hier wurden zum Teil nur 60 bis 70 Prozent des Solls erreicht“, sagt Schreiter. Anders ist die Situation hingegen auf den Bergen, wo das sonnige letzte Oktoberdrittel noch für eine durchschnittliche Monatsbilanz sorgt. 

Kein Winter in den Niederungen 

Anders als im Jahr 2014, in dem zwischen dem 21. und 23. mit Ex-Hurrikan GONZALO in den Nordalpen bis zu 1,5 m Neuschnee fielen, gab es diesen Oktober meist nur im höheren Bergland nennenswerte Schneefälle. „Aufgrund der vielen Süd- und Südwestwetterlagen blieben große Kaltlufteinbrüche im Wesentlichen aus und somit schafften es Schneeflocken nur selten bis unter 1.000 m herab, etwa am 19. im Semmeringgebiet oder bereits am 14. im Bregenzerwald und im Außerfern“, erklärt Schreiter.