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Rekordsommer auch im Hochgebirge

Wien, 02.09.2015 – Die große Hitze des diesjährigen Sommers hinterlässt nicht nur in der Landwirtschaft ihre Spuren, auch die österreichischen Gletscher leiden darunter. Mit sinkenden Temperaturen und zunehmend feuchtem Wetter ist in dieser Woche aber endlich eine nachhaltige Entspannung in Sicht.

Sommerstatistik

Dass der Sommer 2015 in die Geschichtsbücher als zweitheißester Sommer eingeht, steht mittlerweile fest. Dies hat natürlich auch auf unsere heimischen Gletscher markante Auswirkungen. „Am Sonnblick, in 3100 m Höhe, fiel das Thermometer nur an 27 Tagen zumindest kurzzeitig unter die 0-Grad-Marke. Im Durchschnitt sollten es aber mindestens 43 Frosttage sein“, weiß Meteorologe Stefan Hofer vom Wetterdienst UBIMET. In der langjährigen Statistik ist dies der zweitniedrigste Wert seit Aufzeichnungsbeginn, knapp geschlagen nur vom Sommer 2003.

Trockener Winter

Ob ein Gletscher an Masse gewinnt oder verliert ist von zwei Einflussfaktoren abhängig: Einerseits wie viel Schnee sich über das Winterhalbjahr auf dem mehrjährigen Eis ablagert und andererseits wie viel von dieser Schneeschicht das Sommerhalbjahr überdauert. „Die Niederschlagsbilanz des Winters 2014/2015 fiel entlang des Alpenhauptkamms und nördlich davon vielerorts durchschnittlich aus. In den Südalpen war es aber deutlich zu trocken“, sagt Hofer. Hier hat sich also auf den meisten Gletschern nur eine verhältnismäßig dünne Schneeschicht abgelagert.

Das große Tauen

Zusätzlich zu den hohen Temperaturen und der teils dünnen Winterschneedecke bewegt sich auch die Sonnenscheindauer deutlich über dem Durchschnitt. „Am Sonnblick wurden seit Jahresbeginn bereits über 1.300 Sonnenstunden gezählt, um 130 Stunden mehr als üblich“, so Hofer. Dies hat die Schmelze des Altschnees noch deutlich beschleunigt. Auf vielen Gletschern ist daher mittlerweile keine Schneedecke mehr vorhanden, welche das Gletschereis vor dem Abschmelzen schützen könnte.

Die Aussichten

Derzeit gibt es jedoch auch gute Nachrichten für Österreichs Gletscher: Nach Durchzug einer Kaltfront am Mittwoch gehen die Temperaturen auch im Hochgebirge deutlich zurück, ab dem Wochenende zeigen die aktuellsten Wettermodelle hier sogar Dauerfrost und kräftigen Schneefall. „Über das Wochenende und zu Beginn der neuen Woche könnten auf den Gletschern durchaus 20 bis 40 cm Neuschnee fallen“, sagt Hofer. Damit sollte sich auch die heurige Schmelzsaison langsam dem Ende zuneigen.