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Gefährliche Trockenheit

Gefährliche Trockenheit

Teils hohe Waldbrandgefahr, keine Entspannung in Sicht 

Wien, 07.12.2015 – Nicht nur Touristiker und Winterfans hadern mit dem derzeitigen Wetter, auch die Trockenheit wird immer öfter zum Problem. So kämpften am Wochenende hunderte Feuerwehrleute in der Steiermark gegen einen Waldbrand in unwegsamem Gelände. Der Wetterdienst UBIMET wirft einen Blick auf die Waldbrandstatistik der vergangenen 22 Jahre und geht der Frage nach, ob sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen entspannen wird. 

Monatelange Trockenheit 

In weiten Teilen des Landes verlief der November zu trocken und auch der Dezember brachte bislang keine grundlegende Änderung bei der Niederschlagsverteilung. „In einem breiten Streifen vom Ötztal über Osttirol und Oberkärnten bis ins Mürztal und Burgenland wartet man bereits seit Mitte Oktober auf nennenswerten Regen. Dementsprechend ausgetrocknet sind die Böden“, berichtet UBIMET-Meteorologe Stefan Hofer. Bereits im November mussten Feuerwehren in Salzburg und Tirol zu kleineren Wald- und Flurbränden ausrücken und am vergangenen Wochenende stand in Leoben (Steiermark) ein Waldstück in der Größe von einem Hektar in Flammen. Mehr als zweihundert Feuerwehrfrauen und -männer bekämpften zusammen mit einem Löschhubschrauber des Bundesheeres den Brand in steilem und nur schwer zugänglichem Gelände. 

Keine Entspannung in Sicht 

Österreich bleibt in absehbarer Zeit im Einflussbereich eines mächtigen Hochs, Regenfronten machen meist einen weiten Bogen um Mitteleuropa. „Ein Blick auf die Wetterkarten verrät nichts Gutes, flächendeckender Niederschlag lässt weiter auf sich warten. Vor allem südlich des Alpenhauptkamms könnte die Trockenheit sogar noch wochenlang andauern, entsprechend hoch bleibt die Gefahr von Wald- und Flurbränden“, kann Hofer keine Entwarnung geben. „Anfällig für Brände sind speziell Südhänge oberhalb der Nebelgrenze, hier sind Streuschicht und Herbstlaub besonders ausgetrocknet.“ 

Untypischer Herbst 

Die jährliche Waldbrandgefahr erlebt in Österreich von September bis Februar ihr Minimum, nicht einmal jeder fünfte Waldbrand findet in diesem halbjährlichen Zeitraum statt. Wie eine Untersuchung der Universität für Bodenkultur zeigt, treten die meisten Brände im April auf, während im Dezember nicht einmal 2 Prozent aller Fälle registriert werden. „Durch die langen Nächte im Herbst und Winter kühlt die Luft stärker aus, damit ist sie auch feuchter und somit weniger anfällig für Brände“, weiß Hofer. „Im heurigen Jahr sorgt die trockene Witterung seit Mitte Oktober hingegen für ein völlig anderes Bild. Knapp ein Viertel aller November-Waldbrände seit 1993 fand heuer statt.“