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Turbulenter Warmstart

Turbulenter Warmstart

Meteorologischer Winter beginnt mild und stürmisch

Wien, 30.11.2015 – Am 1. Dezember beginnt drei Wochen vor dem kalendarischen der meteorologische Winter. Das Wetter lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken. Neben Sturm und Regen bringt der erste Wintertag fast schon einen Hauch von Frühling. Daran ändert sich im Wesentlichen bis zum Wochenende nichts. Die Meteorologen des Wetterdienstes UBIMET geben zudem eine Antwort, warum für sie der Winter vor dem astronomischen beginnt.

Sturm und Regen, Schnee erst ab dem Mittelgebirge

Der 1. Dezember ist für die Meteorologen der Winterbeginn. Das Wetter hält sich in diesem Jahr allerdings nicht daran. „Der Winter legt einen klassischen Fehlstart hin: Entlang der Alpen sowie im Osten überwiegen die Wolken und dazu regnet es immer wieder. Schnee ist erst oberhalb von 1200 bis 1500 m ein Thema. Vom Wiener Becken bis zur Buckligen Welt sowie auf den Bergen muss man sogar mit schweren Sturmböen von über 100 km/h rechnen!“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. Die Temperaturen erinnern mit 5 bis 15 Grad zudem eher an den Frühling. Einziger kleiner Lichtblick ist der Süden. „Von Osttirol über Kärnten bis ins Südburgenland ziehen zwar dichte Wolkenfelder durch, es bleibt aber trocken und auch der Wind ist kaum ein Thema. Außerdem sorgt der teils frostige Tagesbeginn zumindest für ein wenig Winterstimmung“, weiß der Meteorologe. Ein Rückblick zeigt, dass auch der Winter 2014 keinen idealen Einstand hatte: „Damals lag auf den Bergen nirgends nennenswerter Schnee. In Teilen Niederösterreichs, etwa im Waldviertel, kam es durch tagelangen, gefrierenden Nebel zu massiver Raureifbildung. Schäden in den Wäldern sowie an der Infrastruktur in Millionenhöhe waren die Folge“, blickt Lukas zurück. 

Warme Berge, kalte Täler

Der Wochenverlauf bringt in Lagen oberhalb von 800 bis 1200 m weiterhin extrem mildes und trockenes Wetter. „In diesen Höhenlagen sind bis Freitag sogar bis zu 15 Grad möglich. Die Frostgrenze steigt kurzzeitig auf über 3000 m an, also in den Bereich der Gipfel“, sagt der Meteorologe. Selbst Schneekanonen können bei diesen Temperaturen nicht mehr für Nachschub sorgen, da für die Kunstschneeproduktion die Temperatur unter 0 Grad liegen muss. In den Tälern und Becken zeigt sich das Bild hingegen ein wenig anders. „Aufgrund der langen und teils klaren Nächte bilden sich Kaltluftseen aus. Diese kalte Luft wird aufgrund des niedrigen Sonnenstandes auch tagsüber kaum erwärmt und somit liegen die Höchstwerte dort zum Teil nur um 5 Grad. Im östlichen Flachland steigt zudem die Wahrscheinlichkeit für zähen Hochnebel ab Donnerstag allmählich an.“, sagt Lukas. Neuschnee ist jedenfalls bis auf Weiteres nicht in Sicht. „Erst zum Wochenende hin könnte eine schwache Kaltfront auf den Bergen zumindest vorübergehend ein wenig Abkühlung und ein bisschen Neuschnee bringen“, macht Lukas Hoffnung.

Warum beginnt der meteorologische Winter früher?

Der im Vergleich zum kalendarischen drei Wochen frühere meteorologische Winterbeginn hat praktische Gründe: „Die statistische und klimatologische Auswertung ist schlichtweg einfacher, wenn man das Jahr in Quartale mit ganzen Monaten einteilt“, erklärt Lukas. Der astronomische Winter beginnt heuer schließlich am 22. Dezember. An diesem Tag befindet sich die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis, bei exakt 23,5 Grad südlicher Breite. „Auf der Nordhalbkugel steht die Sonne dann am niedrigsten über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel beginnt hingegen mit dem dort höchsten Sonnenstand der Sommer“, weiß Lukas. Der Zeitpunkt des Winterbeginns wird landläufig auch als Wintersonnenwende bezeichnet, da von nun an die Tage wieder länger werden. Der Meteorologe kennt allerdings noch ein interessantes Detail: „Der früheste Sonnenuntergang ist bereits am 11. Dezember. Wegen der Neigung der Erdachse und der elliptischen Bahn unseres Planeten um die Sonne fällt dieser nicht mit dem kürzesten Tag zusammen. Der späteste Sonnenaufgang ist hingegen erst am 31. Dezember.“