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Über 420.000 Blitze im Juli

Neben großer Hitze waren Gewitter im letzten Monat tonangebend

Wien, 31.07.2015 – Das UBIMET-Blitzmessnetz hat im heute zu Ende gehenden Juli in Summe 420.942 Blitze in Österreich gemessen und damit in nur einem Monat fast gleich viele Blitze wie 2013 und 2014 zusammen. Die meisten Gewitter und somit auch Blitze wurden in der Steiermark registriert, gefolgt von Tirol, Kärnten und Salzburg, fasst der Wetterdienst UBIMET zusammen.


Steiermark unangefochten

Kaum ein Tag verging in den letzten Tagen ohne Gewitter, besonders betroffen waren dabei die Gebirgsregionen. „Während es in Wien an nur drei Tagen blitzte, waren es in Kärnten 24 Tage, in Tirol 22 und in der Steiermark 21“, weiß Clemens Teutsch-Zumtobel von UBIMET. In Summe hat das hauseigene Blitzmessnetz über 420.000 Blitze gemessen und die meisten davon in der Steiermark mit über 147.000, gefolgt von Tirol mit 91.200 und Kärnten mit 73.800. „Im gesamten Jahr 2013 waren es in Summe 204.000 Blitze und im Jahr 2014 248.000 Blitze, allein der diesjährige Juli hat beide Jahre übertroffen.“

Betrachtet man die Blitzdichte (Anzahl der Blitze pro Quadratkilometer) so gab es im Bezirk Murtal mit 15 Blitzen pro Quadratkilometer die meisten Blitze pro Fläche. Gewitterarm präsentierten sich dagegen die Regionen vom Oberösterreichen Zentralraum bis in den Seewinkel. „Kaum Blitze wurden etwa in den Bezirken Linz, Linz-Land, Wels, Steyr, Mödling, St. Pölten, Rust und Wiener Neustadt registriert“, sagt der Wetterexperte.

Mehrfach unter Strom

Die größte Gefahr bei Gewittern geht neben Sturmböen, Starkregen und Hagel besonders von Blitzen aus. „Der extreme starke Stromschlag kann für den Menschen tödlich enden“, warnt der Meteorologe. „Die stärksten Blitze können eine Stromstärke von bis zu 300.000 Ampere, also 300 Kiloampere, erreichen.“ Trotz der vielen Gewitter im Gebirge ist der stärkste Blitz im Flachland, in Weppersdorf im Bezirk Oberpullendorf (B), gemessen worden.

Ein Blitzschlag kann bei Menschen zu schwerwiegenden Verletzungen, Kammerflimmern, Herz-Kreislaufbeschwerden und sogar zum Tod führen. „Vergehen zwischen dem ersten Blitz und dem ersten Donner 30 Sekunden, sollte man sich schleunigst in Sicherheit begeben, wie etwa in ein Auto oder ein Gebäude mit Blitzableiter.“ Am gefährlichsten für den Menschen ist also der Gewitteraufzug, wenn die ersten Blitze ohne Ankündigung auftreten. „Bei einer Bergtour sollte Gipfel und Grate sofort verlassen werden, neben dem Aufsuchen einer Schutzhütte kann es auch an einer Felswand sicher sein“, empfiehlt Teutsch-Zumtobel.

Wie werden Blitze gemessen?

Das UBIMET-Blitzmessnetzsystem powered by nowcast beruht auf der Erfassung elekromagnetischer Wellen, die von den Blitzen ausgesendet werden. „Jeder Blitz wird von mindestens fünf Sensoren erfasst und über die Messung der Laufzeit werden der genaue Ort, die Zeit und die Stärke des Blitzes errechnet“, erklärt der Meteorologe. „Selbst schwache Blitze können mit dieser patentierten 3-D-Technologie gemessen werden.“

Tiefstwerte der Nacht, Quelle: UBIMET
Tiefstwerte der Nacht, Quelle: UBIMET