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Historischer Blizzard legt den Osten der USA lahm

Historischer Blizzard legt den Osten der USA lahm

Der rekordverdächtige Wintersturm JONAS hat am Wochenende den Nordosten und die Mittelatlantikstaaten der USA heimgesucht. Neben Sturm, gefrierendem Regen und Überschwemmungen an der Küste lähmten vor allem die Schneemassen ganze Metropolen wie etwa New York, Washington und Philadelphia.

Die Vorhersagen der verschiedenen Wettermodelle waren sich bei JONAS schon mehrere Tage im Voraus erstaunlich einig. Somit blieb den Behörden und der Bevölkerung in den betroffenen Regionen ausreichend Zeit, um Vorkehrungen zu treffen. Insgesamt verhängten elf Staaten noch vor Einsetzen des Sturms den Notstand: New Jersey, New York, Pennsylvania, Maryland, West Virginia, North Carolina, Virginia, Delaware, Tennessee, Kentucky und Georgia.

Schneemassen in Millionenstädten

New York, Washington D.C., Baltimore und Philadelphia waren am Schlimmsten von JONAS betroffen. In der Hauptstadt wurde der öffentliche Nahverkehr komplett eingestellt, angesichts der gefährlichen Straßenverhältnisse wurden mehrere Autobahnen gesperrt. Vor dem Weißen Haus in Washington türmten sich die Neuschneemassen - wie prognostiziert - rund 55 cm hoch, damit war JONAS der viertschwerste Schneesturm in der Geschichte der Hauptstadt.

Im nahe gelegenen Baltimore stöhnen die Bewohner gar unter 74 cm der “Weißen Pracht”, so viel Schnee gab es in der 600.000 Einwohner zählenden Stadt im Bundestaat Maryland noch nie zuvor.

Im Südosten Pennsylvanias und somit auch in Philadelphia fiel in Summe rund ein halber Meter Schnee, somit war JONAS auch in dieser Region der viertschwerste Schneesturm seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

In New York und Umgebung rüsteten sich die Behörden für den “worst case” nachdem die Wettermodelle die Schneehöhen für diese Region laufend nach oben schraubten. Am späten Freitagabend setzte schließlich kräftiger Schneefall ein, am Samstag schneite es teilweise rund 10 cm pro Stunde. Im Laufe des Tages wurde somit auch ein totales Fahrverbot über die gesamte Stadt verhängt, auch Busse und U-Bahnen blieben in ihren Depots. Im Central Park wurde nur knapp der Schneerekord aus dem Jahre 2006 verpasst. Am Ende fehlten dort mit 68 cm Neuschnee nur wenige Millimeter zur alten Bestmarke.

In den Appalachen wurden wie erwartet noch deutlich höhere Schneemengen gemessen: Am Mt. Mitchell in rund 2000 m Höhe registrierten die Meteorologen stolze 167 cm Neuschnee – auch für den höchsten Gipfel der Appalachen bedeutet dies einen Allzeitrekord. Dutzende Städte im Umfeld der Appalachen meldeten Neuschneemengen von mehr als einem dreiviertel Meter. Spitzenreiter war Glengary in West Virginia mit insgesamt 106 cm Neuschnee.

Überflutungen an der Küste

Der Sturm drückte an den Küsten von Delaware, New Jersey und Maryland das Wasser des Atlantiks in die Buchten und führte so zu Überschwemmungen. Örtlich lag der Wasserstand einen bis eineinhalb Meter über dem Normalzustand. Ein Großteil dieser Regionen wurde bereits 2012 von Hurricane Sandy schwer verwüstet, besonders betroffen waren nun die Küstengebiete von Ocean City (Maryland) bis zum Cape May County (New Jersey). Die Wassermassen überschwemmten die tiefergelegenen Landstriche im Hinterland der Atlantikküste. An anderen Küstenabschnitten verhinderten dagegen imrovisierte Deiche gerade noch Schlimmeres.

Eisregen

Während Millionen von Menschen nördlich von Washington noch auf den Schnee warteten, brachte gefrierender Regen praktisch ganz North Carolina zum Stillstand. Unter der Last des Eises kollabierten zahlreiche Stromleitungen und -masten, 150.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Abseits des gefrierenden Regens führte Schnee in Charlotte (der größten Stadt im Bundestaat) zur Schließung des Flughafens. Für die Stadt mit subtropischen Klima ist Schneefall ein äußerst seltenes Ereignis, liegt doch die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur im Januar dort bei rund 10 Grad.

(c) UBIMET
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