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Winter- und Frühlingsmonat tauschen die Rollen

Winter- und Frühlingsmonat tauschen die Rollen

UBIMET: Erste Märzhälfte auf den Bergen knapp 10 Grad kälter als der Dezember

Wien, 14.03.2016 – Auch wenn sich in der Natur die Vorboten des Frühlings langsam mehren, erinnert das Wetter derzeit viel mehr an den Winter. Der Vergleich zwischen der aktuell zu Ende gehenden ersten Märzhälfte und dem eigentlichen Wintermonat Dezember 2015 bestätigt diesen Eindruck. Nach Angaben des Wetterdienstes UBIMET lagen die Temperaturen im Bergland in den ersten beiden Märzwochen um 5 bis 10 Grad unter jenen aus dem Dezember 2015. Eklatante Unterschiede ergeben sich auch in der Gegenüberstellung der Sonnenstunden und Niederschlagssummen.

Für die Ursachenforschung reicht den Meteorologen ein Blick auf die Großwetterlagen im Dezember 2015 einerseits und jetzt im März andererseits. „Der erste Wintermonat war geprägt von einem mächtigen Hoch über Südosteuropa, welches milde Luft subtropischen Ursprungs in den Alpenraum führte und jegliche atlantische Tiefs nach Großbritannien und Skandinavien umlenkte“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Momentan findet sich zwar wieder ein mächtiges Hoch auf der Wetterkarte, für ein Durchstarten des Frühlings in Österreich liegt es allerdings viel zu weit im Nordwesten Europas und somit schlicht an der falschen Stelle.“

Auf den Bergen vom Arlberg über den Sonnblick bis zum Semmering liegen die Durchschnittstemperaturen in der ersten Märzhälfte um bis zu 10 Grad unter den Dezemberwerten. Spitzenreiter hierbei ist der Patscherkofel: Mit einem Monatsdurchschnitt von +1,3 Grad meldete der Innsbrucker Hausberg den wärmsten Dezember aller Zeiten. Bis zum heutigen Tage präsentiert sich der März 2016 dort mit -8,3 Grad dagegen tief winterlich.

Mangelware Sonne

Die Sonne erwies sich in den ersten zwei Wochen des Frühlingsmonats März als seltener Gast, ganz im Gegensatz zum sonnigsten Dezember der Geschichte. „In Achenkirch beispielsweise strahlte die Sonne im Dezember ganze 115 Stunden lang vom Himmel, bis dato wurden im trüben März gerade einmal 17 Sonnenstunden registriert“, so Lukas. „Dies ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass ein normaler März aufgrund des höheren Sonnenstands im langjährigen Mittel rund zweieinhalb mal so viele Sonnenstunden aufweist wie der Dezember.“ Auch in Wien stehen 82 Sonnenstunden im Dezember nicht mehr als 31 Sonnenstunden in der ersten Märzhälfte gegenüber, diese Differenz dürfte aber selbst mit einem durchschnittlichen Rest-März noch aufgeholt werden.

Kontraste im Süden

Das Niederschlagssoll für den gesamten März wurde, ausgelöst durch anhaltenden Tiefdruckeinfluss über dem Mittelmeer, vom Brenner über Osttirol und Kärnten bis in den Süden der Steiermark nach nur zwei Wochen bereits erreicht oder sogar übertroffen. „Mit 151 Litern Regen und Schnee pro Quadratmeter liegt der Loibl-Pass an der Spitze, diese Menge kommt hier durchschnittlich im ganzen Monat zusammen“, sagt der Meteorologe. „Der Kontrast zum Wintermonat Dezember könnte dabei kaum stärker ausfallen: Nicht mehr als 0,2 Liter Regen und Schnee fielen im trockensten Dezember der Messgeschichte vom Himmel.“

Temperaturvergleich März 2016 (bis inkl. 13.03.) gegenüber Dezember 2015:

 

Station (Bundesland, Seehöhe) Durchschnittstemperatur Dezember 2015 Durchschnittstemperatur 01.03. – 13.03.16 Differenz
Patscherkofel (T, 2247 m) +1,3 -8,3 -9,6
Brunnenkogel (T, 3440 m) -5,3 -14,6 -9,3
Schmittenhöhe (S, 1973 m) +3,1 -5,8 -8,9
Villacheralpe (K, 2140 m) +1,8 -6,6 -8,4
Feuerkogel (OÖ, 1618 m) +4,0 -4,1 -8,1
Rax (NÖ, 1547 m) +3,2 -3,9 -7,1
Schöckl (ST, 1445 m) +3,7 -2,7 -6,4

 

Niederschlagsvergleich März 2016 (bis inkl. 13.03.) gegenüber Dezember 2015:

 

Station (Bundesland, Seehöhe) Niederschlagsmenge (l/qm) Dezember 2015 Niederschlagsmenge (l/qm)  01.03. – 13.03.16 Differenz (l/qm)
Loibl (K, 1101 m) 0,2 151,3 +151,1
Ferlach (K, 464 m) 0,2 94,5 +94,3
Eisenkappel (K, 623 m) 0,4 90,6 +90,2
Kötschach-Mauthen (K, 714 m) 0,0 86,2 +86,2
Sillian (T, 1080 m) 0,0 77,9 +77,9
Eibiswald (ST, 398 m) 4,8 77,0 +72,2
Mayrhofen (T, 633 m) 9,5 60,7 +51,2