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Rekordkälte im Nordosten der USA

Rekordkälte im Nordosten der USA

UBIMET: -37 Grad am Mount Washington, in New York so kalt wie seit 20 Jahren nicht mehr/ Hitze in Arizona

Wien, 12.02.2016 – Arktische Kaltluft aus dem hohen Norden Kanadas flutet am Wochenende den Nordosten der USA. Betroffen sind auch die Millionenstädte Boston, Philadelphia und New York. Örtlich sinkt das Thermometer auf bis zu -30 Grad. Laut dem Wetterdienst UBIMET könnte New York die kälteste Nacht seit 1994 bevorstehen. Der Südwesten der USA und Teile Kanadas kommen hingegen in den Genuss außergewöhnlich warmen Februarwetters, stellenweise ist mit Temperaturen von +30 Grad zu rechnen.

Am Wochenende verpasst ein Tiefdruckgebiet vor der Küste Neufundlands dem Nordosten der USA einen regelrechten Kälteschock. „An seiner Rückseite strömt polare Kaltluft von der kanadischen Arktis weit in den Süden“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Höhepunkt der Kältewelle wird die Nacht auf Sonntag sein, dann drohen verbreitet Tiefstwerte von -20 Grad und weniger.“ Betroffen ist der gesamte Nordosten der USA, von Minnesota über Wisconsin und Michigan bis zum Bundesstaat New York sowie generell die Neuengland-Staaten.

In New York City sind solch tiefe Temperaturen selbst im Winter selten, da hier normalerweise der Atlantik wärmt. Im Big Apple soll das Quecksilber auf bis zu -16 Grad fallen, zuletzt war es dort 1994 ähnlich kalt.

-37 Grad am Mount Washington

Die absolut tiefsten Temperaturen werden in der Nacht auf Sonntag aber in den Neuengland-Staaten erwartet, wo die Temperaturen in manchen windschwachen Tälern sogar auf unter -30 Grad sinken. „Auf dem Mount Washington im Bundesstaat New Hampshire, in rund 1.900 m Seehöhe, geht das Thermometer gar auf -37 Grad zurück“, so Lukas. „In Kombination mit Windspitzen von bis zu 100 km/h ergibt das eine gefühlte Temperatur von rund -60 Grad. Das sind lebensgefährliche Verhältnisse am Berg.“

Der Schnee ist in erster Linie im Umfeld der Großen Seen ein Thema, hier sind 30 bis 60 cm der weißen Pracht möglich.

Hitzewelle mit plus 30 Grad in Arizona, Temperaturrekord in Kanada

Der Kaltluftvorstoß im Osten der USA sorgt gleichzeitig dafür, dass weiter im Westen sehr warme Luft nach Norden strömt. Der Südwesten der USA erlebt daher aktuell eine ausgeprägte Hitzewelle, vor allem in Arizona und New Mexico liegen die Temperaturen derzeit rund 10 bis 15 Grad über dem Mittel. „In Tuscon (Arizona) beispielsweise herrscht in den nächsten Tagen perfektes Badewetter bei bis zu 30 Grad“, sagt Lukas. „Normalerweise liegen die höchsten Temperaturen im Februar nur bei rund 20 Grad.“ Auch in der kanadischen Provinz Alberta ist es aktuell extrem warm: In Calgary wurden diese Woche mit Hilfe des föhnähnlichen Chinook-Windes 16 Grad gemessen, der 90 Jahre alte Tagesrekord wurde hier um 1,6 Grad übertroffen.

Grafik: Erwartete Tiefstwerte in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ausgewählten Orten. Quelle: UBIMET

 

 

Erwartete Tiefstwerte in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ausgewählten Orten. (c) UBIMET
Erwartete Tiefstwerte in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ausgewählten Orten. (c) UBIMET