Nassester August seit 10 Jahren, fast 400 Liter Regen pro Quadratmeter in Kärnten

UBIMET: Zudem siebtwärmster August der Messgeschichte

Wien, 31.08.2020 – Der August 2020 schließt mit einer Temperaturabweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm ab. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) ging dieser warme Monat aber nicht mit Trockenheit einher, die Niederschlagsmengen waren besonders zu Beginn und am Ende des Monats beachtlich und tragen zum nassesten August seit 10 Jahren bei.

Platz 7 der wärmsten Augustmonate

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der August 2020 mit einer Abweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm. Damit reiht sich der zurückliegende Monat auf Platz 7 der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn ein. Die größten Abweichungen finden sich im Südosten wieder, so verzeichnete Bad Radkersburg sogar einen knapp 3 Grad zu warmen August. Die relativ gesehen kühlste Region war dagegen der Westen und Südwesten, aber selbst in Tirol und Kärnten betragen die positiven Abweichungen immer noch 1 bis 1,5 Grad. Hauptursache für den zu warmen August war weniger eine ausgeprägte Hitzewelle als viel mehr das nahezu durchgehend hohe Temperaturniveau ohne markante kältere Phasen. „Gut zu erkennen ist dies an der Anzahl der heißen Tage“, sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Von Rekorden sind wir zwar weit entfernt, 10 Tage mit 30 Grad oder mehr in Wien sind dennoch doppelt so viele wie im langjährigen Schnitt üblich.“ Auch die Nachttemperaturen waren meist über dem Mittel und tragen so zu einem zu warmen August bei. Paradoxerweise gab es auf der Hohen Warte in Wien aber erstmals seit rund 25 Jahren im gesamten August keine Tropennacht.

Verbreitet große Regenmengen

Zu Beginn und dann noch einmal am Ende des Monats sorgten beinahe stationäre Kaltfronten für ergiebige Niederschlagsmengen in weiten Teilen des Landes. „Somit ist es auch wenig überraschend, dass der August über ganz Österreich gemittelt rund 30 Prozent zu nass abschließt“, so der Meteorologe. „Dies bedeutet zugleich des nassesten August seit 10 Jahren.“ Betrachtet man die Niederschlagsabweichungen näher, so stechen zwei Regionen deutlich hervor: Rund doppelt so viel Regen wie üblich kam vom Brenner bis zum Dobratsch zusammen, selbiges gilt auch für das Most- und Waldviertel. Herausragend bei den absoluten Mengen ist aber eindeutig Oberkärnten, so fielen am Weißensee im August mehr als 390 Liter und somit zweieinhalb mal so viel Regen pro Quadratmeter wie üblich. Zu trockene Regionen gab es im zurückliegenden Monat nur sehr wenige, in Unterkärnten und im Südwesten der Steiermark fehlen lokal rund 20% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Sonne erreicht Soll

Der Sonne gelang praktisch im gesamten Land eine Punktlandung und schien in etwa so lange wie im langjährigen Schnitt. Ein paar Überstunden machte sie unter anderem in Teilen Oberösterreichs, so verzeichnete Aspach 250 statt der üblichen 232 Sonnenstunden. Ähnliches gilt für Zell am See, wo mit 200 Sonnenstunden ein Überschuss von 17 Stunden gemessen wurde. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Mörbisch, hier am Neusiedler See schien die Sonne in Summe 276 Stunden lang. Pro Tag bedeutet dies rund 9 Sonnenstunden, die man genießen konnte.

Extremwerte August 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: Montag31.08.2020, 12 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 35,6 Grad Innsbruck-Universität (T, 21.)
  • 35,3 Grad Innsbruck-Kranebitten (T, 21.)
  • 34,9 Grad Andau (B, 08.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • +2,2 Grad Seefeld (T, 31.)
  • +2,5 Grad Obergurgl (T, 31.)
  • +2,9 Grad Galtür (T, 25.)
  • +3,1 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 04.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • +4,5 Grad Ehrwald, Achenkirch (beide T, 31.)
  • +5,3 Grad Zwettl (NÖ, 28.)
  • +5,4 Grad Schoppernau (V, 5.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

  • 27 Andau, Neusiedl am See, Güssing (alle B), Gänserndorf (NÖ), Bad Radkersburg (ST)
  • 26 Mörbisch (B), Zwerndorf, Wolkersdorf, Groß Enzersdorf, Seibersdorf, Hohenau, Mistelbach, Bruckneudorf, Poysdorf, Korneuburg (alle NÖ), Bad Gleichenberg, Leibnitz-Wagna (beide ST)
  • 25 Podersdorf, Eisenstadt (beide B), Fürstenfeld, Bruck/Mur, Feldbach, Graz-Universität, Graz-Straßgang, Hartberg (alle ST), Wien-Unterlaa, Wien-Stammersdorf, Wien-Donaufeld, Wien-Innere Stadt (alle W), Langenlebarn (NÖ)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30,0 Grad)

  • 15 Seibersorf (NÖ)
  • 14 Andau (B)
  • 13 Wien-Innere Stadt, Wien-Stammersdorf (beide W)

Nasseste bewohnte Orte

  • 392 Liter pro Quadratmeter Weißensee (K)
  • 371 Liter pro Quadratmeter Kornat (K)
  • 348 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)

Trockenste Orte

  • 47 Liter pro Quadratmeter Korneuburg, Gumpoldskirchen (beide NÖ)
  • 49 Liter pro Quadratmeter Wien-Stammersdorf (W)
  • 53 Liter pro Quadratmeter Wien-Donaufeld (W)

Absolut sonnigste Orte

  • 276 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 267 Sonnenstunden Güssing (B)
  • 264 Sonnenstunden Summerau (OÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 113 km/h Vöcklabruck (OÖ, 13.)
  • 110 km/h Mörbisch (B, 30.)
  • 101 km/h Wien-Jubiläumswarte (W, 31.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 146 km/h Villacher Alpe (K, 30.)
  • 121 km/h Sonnblick (S, 30.)
  • 110 km/h Feuerkogel (OÖ, 26.)

Anzahl-von-heissen-Tagen

Anzahl-von-Sommertagen Anteil-von-klimat-Monatsniederschlag-1981-2010

Temperaturabweichung-vom-Klimamittel-1981-2010