Taifun HAGIBIS zieht auf Japan zu

Formel 1 in Suzuka und Rugby-WM betroffen

Wien, 11.10.2019 – Taifun HAGIBIS nimmt Kurs auf Japan, am Samstag wird der Wirbelsturm mit Böen von rund 200 km/h und sintflutartigem Regen auf die Hauptinsel Honshu treffen. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) wird unter anderem auch die Hauptstadt Tokio von HAGIBIS getroffen, mit der Formel 1 und der Rugby WM liegen zudem zwei sportliche Großereignis im Fokus des Taifuns.

Auf Kurs nach Japan

Noch tobt der Taifun HAGIBIS südlich von Japan auf dem Pazifik, als Wirbelsturm der Kategorie 4 der fünfteiligen Skala weist er derzeit Windspitzen von rund 250 km/h auf. „Über dem etwas kälteren Meerwasser beginnt sich HAGIBIS nun abzuschwächen, am Samstag wird er dennoch als Taifun der Kategorie 2 oder 3 auf die Südküste der Hauptinsel Honshu treffen“, sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Neben meterhohen Wellen und Windböen von knapp 200 km/h werden vor allem die immensen Regenmengen und folglich Murenabgänge das öffentliche Leben lahmlegen.“ So kommen auf Honshu etwa zwischen Kobe und Tokio verbreitet 200 bis 300 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, besonders im hügeligen Hinterland sind aber auch bis zu 400 oder 500 l/m² möglich. Zum Vergleich: In Wien liegt die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge bei 650 l/m².

Bereits im September zog der Kategorie-2-Taifun FAXAI über die Bucht von Tokio und verursachte im Großraum der japanischen Hauptstadt einen Versicherungsschaden von rund 7 Milliarden US-Dollar.

Sportliche Großevents im Fokus

An diesem Wochenende findet das F1-Rennen in Suzuka statt, der Taifun hat das Rennprogramm bereits gehörig durcheinander gewirbelt. „Während die Trainings am Freitag noch wie geplant stattfanden, fällt das Programm am Samstag dem Taifun zum Opfer“, so der Meteorologe. „HAGIBIS trifft zwar rund 200 km östlich der Rennstrecke auf Land, bringt aber auch Suzuka heftigen Regen.“ Das Qualifying wurde daher auf den Sonntag verschoben, während des nachfolgenden Rennens präsentiert sich das Wetter wieder von seiner ruhigen Seite.

Auch die Rugby-WM findet als zweites sportliches Großereignis derzeit in Japan statt, sie wird am Samstag ebenso vom Taifun betroffen sein. So wurden bereits die für diesen Tag angesetzten Partien Neuseeland-Italien und England-Frankreich abgesagt und vorab mit 0:0 gewertet.

Hintergrund: Tropische Wirbelstürme

„Tropische Wirbelstürme entstehen – wie der Name bereits verrät – nur in den Tropen und Subtropen“, weiß Spatzierer. „Die Windgeschwindigkeit eines solchen Sturms kann mehr als 300 km/h erreichen, die Zuggeschwindigkeit beträgt dagegen oft nicht mehr als 20 bis 30 km/h.“ Tropische Wirbelstürme werden je nach der Region ihres Auftretens als Hurrikan (Atlantik, Nordost-Pazifik), Taifun (Nordwest-Pazifik), Zyklon (Indien, Südwest-Pazifik, Australien) oder Baguio (im Bereich der Philippinen) bezeichnet.