Ostern in der Vergangenheit

UBIMET: Von weißen Ostern bis hin zur Eiersuche in Badehosen

Wien, 21.03.2016 – Das Osterfest findet jedes Jahr zwischen dem 22. März und dem 25. April statt. Genauso variabel wie das Datum gestaltet sich auch das Wetter. Von Schneechaos und Kälte bis hin zu sommerlichen Temperaturen über 25 Grad, die Ostern der vergangenen Jahre hatten laut UBIMET die gesamte Bandbreite an Wettererscheinungen zu bieten. In diesem Jahr zeichnen sich aus heutiger Sicht viel Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen ab.

Weiße Ostern

Schaut man sich die Osterfeste der letzten 15 Jahre an, so sticht einem sofort 2013 ins Auge. „Ein massiver Kaltlufteinbruch hat uns am 31. März noch einmal winterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen beschert“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. Im südlichen Mostviertel kam es sogar zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume, 20 bis 30 Zentimeter nasser Neuschnee waren einfach zu viel.“ Nach einer oftmals frostigen Osternacht kamen die Temperaturen am Ostersonntag nicht über -1 bis +6 Grad hinaus. Eine ganz ähnliche Wetterlage ließ Österreich auch 2012 frieren, wieder sorgte polare Kaltluft am 8. April für Wintergefühle und etwas Schneefall. Die Temperaturen verharrten am Ostersonntag bei 0 bis +6 Grad, lediglich im Süden blieb es etwas milder.

Die Kälte hinterließ auch in der Landwirtschaft ihre Spuren, nach teils strengem Nachtfrost kam es am Ostermontag in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark sowie Teilen Tirols zu massiven Frostschäden und Ertragseinbußen von bis zu 80 Prozent.

Eiersuche mit Sommerfeeling

Dass Ostern wettertechnisch auch ganz anders ausfallen kann, zeigt ein Blick auf die übrigen Feste seit dem Jahr 2000. In Wien kletterte das Quecksilber an insgesamt 9 Ostersonntagen auf über 15 Grad, am 23. April 2000 gab es mit 27,1 Grad sogar einen Sommertag. Auch 2009 und 2011 konnte man Mitte bzw. Ende April bei Temperaturen über 20 Grad die Osterneste getrost im T-Shirt suchen.

Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee

Der Volksmund berichtet nach einem warmen Dezember und entsprechend grünen Weihnachten von erhöhten Chancen auf weiße Ostern. „Rein meteorologisch gesehen ist das nicht haltbar. Je nachdem auf welches Datum das Osterfest fällt, sind aber durchaus weiße Überraschungen, wie wir sie 2012 und 2013 erlebt haben, möglich“, so Lukas.

„Gerade in der Übergangsjahreszeit lauern in Nordeuropa noch sehr kalte Luftmassen und wenn die Großwetterlage passt, schafft es die Kälte auch bis nach Österreich. Allerdings sind bei einer südlichen Strömung auch schon sommerliche Tage mit Werten über 25 Grad möglich“, so der Experte.

Winterliche Karwoche, warmer Ostersonntag?

Das diesjährige Osterfest bringt aus heutiger Sicht nach einer vergleichsweise kalten Karwoche und einem bis auf 300 m Seehöhe herab teils winterlichen Gründonnerstag vor allem am Ostersonntag sonniges und entlang der Alpennordseite föhniges Wetter. „Damit sind vereinzelt sogar bis zu 20 Grad möglich“, sagt Lukas. „Ob uns am Ostermontag von Südwesten her die nächste Front mit Abkühlung, Regen und Schneefall erreicht, ist derzeit noch ungewiss.“

Weltweit wärmster Februar aller Zeiten

UBIMET: Temperaturen um 1,21 Grad über dem Mittel, letzter zu kalter Monat 30 Jahre her

Wien, 18.03.2016 – Mit einer Abweichung von 1,21 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel stellt der Februar einen neuen Temperaturrekord in der 137-jährigen Aufzeichnungsperiode auf. Der zweite Monat des Jahres setzt somit laut dem Wetterdienst UBIMET eine eindrucksvolle Serie fort: Seit Dezember 1984 fiel global gesehen jeder Monat zu warm aus, die positiven Abweichungen werden dabei immer größer. Die Gründe für den neuerlichen Temperaturrekord liegen im anhaltend starken El-Niño-Ereignis und in der außergewöhnlich geringen Meereisbedeckung in der Arktis.

Die Temperaturen sind weltweit weiterhin auf Rekordkurs. Während in Österreich der Februar 2016 der zweitwärmste der Geschichte war, sicherte sich der Monat weltweit die Spitzenposition. „Gegenüber dem Mittel des 20. Jahrhunderts fiel der zweite Monat des Jahres 2016 um 1,21 Grad zu warm aus“, so Josef Lukas vom Wetterdienst UBIMET. Damit war der heurige Februar, Messungen der US-amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA zufolge, gleich um 0,33 Grad wärmer als der bisherige Rekord-Februar aus dem Vorjahr. Beachtlich ist in jedem Fall die Regelmäßigkeit mit der die globalen Temperaturrekorde fallen. So ist der Februar dieses Jahres bereits der zehnte Monat in Folge, der sich weltweit auf Platz eins der Bestenliste einfindet.

Die Klimaaufzeichnungen machen zudem deutlich, dass überdurchschnittlich temperierte Monate in jüngerer Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme bildeten. Der letzte zu kalte Monat liegt schon mehr als 30 Jahre zurück. Seit Dezember 1984 fiel jeder der 374 nachfolgenden Monate zu warm aus.

Den größten Wärmeüberschuss vermeldet die Nordhalbkugel. „Der Februar war dort um 1,55 Grad zu warm“, so Lukas. „Nördlich des Polarkreises – also in der Arktis – schließt der Monat sogar mit einer noch nie dagewesenen positiven Abweichung von rund 5 Grad ab.“

Negative Anomalien sind weltweit nur wenige zu finden, so verlief der Februar beispielsweise über dem Nordatlantik, in der Antarktis oder rund um Kamtschatka unterdurchschnittlich temperiert. Im Verhältnis zu den riesigen Flächen der Erde, wo der Februar zu warm war, fallen diese Abweichungen jedoch global gesehen kaum ins Gewicht.

Meereis in der Arktis weiter auf Rekordminimum

Besonders markant fallen die Temperaturabweichungen in den hohen Breiten der Nordhalbkugel aus. In diesen Regionen steuert die Meereisbedeckung im Februar langsam ihrem Maximum entgegen. „In diesem Jahr wurde in der Arktis jedoch die geringste Eisbedeckung seit Messbeginn registriert, rund eine Million km² fehlen zum langjährigen Mittel“, sagt Lukas. „Je mehr Eis vorhanden ist, desto mehr der ohnehin schon geringen einfallenden Strahlung wird reflektiert.“ Nimmt jedoch – wie in diesem Jahr – die Fläche des dunklen, offenen Ozeans zu, wird mehr Sonnenstrahlung absorbiert. Die Erwärmung setzt ein.

El Niño heizt ein

Ein weiterer wichtiger Grund für diese Serie an Temperaturrekorden ist das Klima-Phänomen El-Niño. Dabei treten besonders im äquatornahen Pazifik deutlich zu hohe Meerestemperaturen auf, welche auch die globale Zirkulation beeinflussen. „Damit kommt es zu einem deutlich erhöhten Wärmeeintrag in die Atmosphäre und die Temperaturen steigen weltweit noch schneller“, so Lukas. „Das derzeit auftretende El-Niño-Ereignis ist annähernd gleich stark wie das bisherige Rekordereignis im Jahr 1998. Aus diesem Jahr stammt auch der drittwärmste Februar aller Zeiten.“ Aktuell schwächt sich El Niño zwar langsam ab, die Atmosphäre reagiert jedoch zeitverzögert, wodurch aller Voraussicht nach auch die kommenden Monate zu warm ausfallen werden. Britischen Studien zufolge wird das Jahr 2016 als wärmstes seit Beginn der Messungen in die klimatologischen Geschichtsbücher eingehen.

Wochenende: Osterferien- und Frühlingsbeginn

UBIMET: Perfektes Skiwetter, Frühling beginnt am Sonntag um exakt 05:30 Uhr MEZ

Wien, 17.03.2016 – Am Wochenende starten die Schülerinnen und Schüler in die Osterferien. Außerdem ist am Sonntag um exakt 05:30 Uhr MEZ, drei Wochen nach dem meteorologischen, auch der astronomische Frühlingsbeginn. Die Temperaturen halten sich zwar nicht überall daran, dafür kann man laut dem Wetterdienst UBIMET in vielen Skigebieten ausgezeichnete Pisten und Sonnenschein genießen. Die Karwoche bringt aus aktueller Sicht wechselhaftes und wenig frühlingshaftes Wetter. In Richtung Ostern ist sogar noch einmal ein Gruß vom Winter möglich.

Die Osterferien beginnen am Freitag unter Hochdruckeinfluss vielerorts mit strahlendem Sonnenschein, oft ist der Himmel sogar wolkenlos. Dazu steigen die Temperaturen auf frühlingshafte 9 bis 16 Grad.

Perfektes Skiwetter im Westen, mehr Wolken nach Osten zu

Am Samstag und am Sonntag, dem astronomischen Frühlingsbeginn, zeigt sich das Wetter zweigeteilt: Von Vorarlberg über Tirol, den Salzburger Tauernbereich, in Teilen der Obersteiermark sowie in Osttirol und Kärnten geht es mit viel Sonnenschein weiter. „Die Urlauber dürfen sich hier auf ausgezeichnetes Skiwetter freuen“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Die Temperaturen liegen in 2.000 m an beiden Tagen zwischen -1 und +3 Grad. In den Tälern werden tagsüber 10 bis 16 Grad erreicht, in den Nächten gibt es Frost.“

Mehr Wolken halten sich am Wochenende hingegen entlang der Nordalpen von Salzburg ostwärts sowie in der nördlichen Obersteiermark und im Osten. Speziell von der Eisenwurzen bis zur Buckligen Welt kann es am Samstag sogar ab und zu ein wenig regnen, oberhalb von 900 bis 1.100 m unergiebig schneien. Zudem frischt mitunter lebhafter, kalter Nordwestwind auf. Die Temperaturen kommen nicht über 7 bis 12 Grad hinaus. „Vor allem am Sonntag setzt sich allerdings auch in diesen Regionen zunehmend sonniges Wetter durch. Dem Skivergnügen steht somit auch hier nichts im Weg“, so Lukas.

Karwoche wechselhaft, Ostern winterlich?

In der Karwoche stehen hohem Luftdruck und milder Frühlingsluft in Nordwesteuropa winterliche Luftmassen im Nordosten des Kontinents gegenüber. Der Alpenraum liegt zunächst im Übergangsbereich, leicht unbeständiges und für die Jahreszeit kühles Wetter ist die Folge. „Die Sonne macht sich in Summe eher rar, ein paar Sonnenstunden gehen sich aber überall aus“, sagt Lukas. „Etwas Regen und Schnee beschränken sich meist auf die Alpen und den Süden.“ Die Temperaturen bewegen sich tagsüber meist zwischen 6 und 14 Grad, auf den Bergen ist es durchwegs frostig. „Die guten Pistenbedingungen bleiben somit die ganze Karwoche bestehen“, so Lukas.

In Richtung Ostern kündigt sich nach derzeitigem Stand allerdings deutlich kälteres und zumindest in den Bergen wieder richtig winterliches Wetter mit Schneefällen an.

Astronomischer Frühlingsbeginn am Sonntag 05:30 Uhr MEZ

Der astronomische Frühling beginnt am Sonntag, den 20. März, um exakt 05:30 Uhr MEZ. An diesem Tag wird das sogenannte Äquinoktikum, die Tag-und-Nacht-Gleiche, erreicht. Auf der Erde dauern sowohl Tag als auch Nacht genau 12 Stunden. Das Datum sowie die genaue Uhrzeit des Frühlingsbeginns richten sich nach dem Sonnenstand: Die Sonne steht am Äquator im Zenit, das heißt die Sonnenstrahlen treffen im 90-Grad-Winkel auf die Erdoberfläche. „Das ist jedes Jahr zwischen dem 19. und 21. März der Fall“, so Lukas.

Tief „Elke“: Neuschnee bis ins Flachland

UBIMET: In der Nacht auf Mittwoch bis zu 15 Zentimeter Neuschnee

Wien, 15.03.2016 – Das Tief ‚Elke‘ bringt in der Nacht auf Mittwoch nach einer kurzen Beruhigung neuerlich Schneefall bis in tiefe Lagen. Vor allem im südlichen Niederösterreich und in Teilen der Obersteiermark sind bis zu 15 Zentimeter Neuschnee möglich. Laut dem Wetterdienst UBIMET kündigen sich somit Mittwochfrüh wieder zum Teil winterliche Fahrbedingungen an. Schon Dienstagfrüh fielen oberhalb von 300 bis 500 m rund 5 Zentimeter Neuschnee, aber auch in Wien hat es für nassen Schneefall gereicht.

Das Tief ‚Elke‘ überquert am Dienstag im Laufe des Tages die Alpen. An dessen Rückseite wird nach einer kurzen Wetterberuhigung tagsüber der Schneefall am Abend im Osten wieder häufiger und kräftiger. In der Buckligen Welt, im Semmering-Wechsel-Gebiet, im Wienerwald, in der nördlichen Obersteiermark sowie generell in den Voralpen Niederösterreichs sind neuerlich 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee zu erwarten. „Aber auch im südlichen Wiener Becken muss man mit winterlichen Verhältnissen rechnen und selbst in den südlichen und westlichen Stadtteilen Wiens kann es am Mittwoch in der Früh kurz weiß sein“, sagt Lukas. „Aufgrund der zum Teil winterlichen Verhältnisse sollte man somit für den Weg in die Arbeit ein paar Minuten mehr einplanen.“

Dienstagfrüh: 5 Zentimeter Neuschnee im Flachland

Schon am Dienstagmorgen schneite es in Wien und Niederösterreich verbreitet, in Lagen oberhalb von 300 bis 500 m bildete sich verbreitet eine dünne Schneedecke. Tiefwinterliche Verhältnisse waren zum Teil die Folge. „In Allentsteig im Waldviertel wurden 5 Zentimeter Neuschnee gemessen“, so Lukas. „Aber auch in Stockerau, Gänserndorf, St. Pölten und Amstetten wurde es weiß und sogar in Wien fielen nasse Flocken vom Himmel.“

Tagsüber verlagert sich der Schneefall allmählich in die Alpen sowie nach Westösterreich. Dann muss man auch von Vorarlberg bis nach Oberösterreich vielerorts mit ein paar Zentimetern Neuschnee rechnen. Im östlichen Flachland überwiegen hingegen vorübergehend die trockenen Phasen und auch im Süden ziehen nur ein paar Schauer durch.

Wetterberuhigung am Mittwoch

Am Mittwoch beruhigt sich das Wetter überall, die Schneefallgrenze steigt auf bis zu 800 m, die Temperaturen sind mit maximal 2 bis 11 Grad allerdings wenig frühlingshaft. Milderes Wetter bringen der Donnerstag und Freitag. „Vor allem in Vorarlberg und Tirol sowie in der Steiermark sind dann bis zu 16 Grad möglich“, so Lukas.

Winter- und Frühlingsmonat tauschen die Rollen

UBIMET: Erste Märzhälfte auf den Bergen knapp 10 Grad kälter als der Dezember

Wien, 14.03.2016 – Auch wenn sich in der Natur die Vorboten des Frühlings langsam mehren, erinnert das Wetter derzeit viel mehr an den Winter. Der Vergleich zwischen der aktuell zu Ende gehenden ersten Märzhälfte und dem eigentlichen Wintermonat Dezember 2015 bestätigt diesen Eindruck. Nach Angaben des Wetterdienstes UBIMET lagen die Temperaturen im Bergland in den ersten beiden Märzwochen um 5 bis 10 Grad unter jenen aus dem Dezember 2015. Eklatante Unterschiede ergeben sich auch in der Gegenüberstellung der Sonnenstunden und Niederschlagssummen.

Für die Ursachenforschung reicht den Meteorologen ein Blick auf die Großwetterlagen im Dezember 2015 einerseits und jetzt im März andererseits. „Der erste Wintermonat war geprägt von einem mächtigen Hoch über Südosteuropa, welches milde Luft subtropischen Ursprungs in den Alpenraum führte und jegliche atlantische Tiefs nach Großbritannien und Skandinavien umlenkte“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Momentan findet sich zwar wieder ein mächtiges Hoch auf der Wetterkarte, für ein Durchstarten des Frühlings in Österreich liegt es allerdings viel zu weit im Nordwesten Europas und somit schlicht an der falschen Stelle.“

Auf den Bergen vom Arlberg über den Sonnblick bis zum Semmering liegen die Durchschnittstemperaturen in der ersten Märzhälfte um bis zu 10 Grad unter den Dezemberwerten. Spitzenreiter hierbei ist der Patscherkofel: Mit einem Monatsdurchschnitt von +1,3 Grad meldete der Innsbrucker Hausberg den wärmsten Dezember aller Zeiten. Bis zum heutigen Tage präsentiert sich der März 2016 dort mit -8,3 Grad dagegen tief winterlich.

Mangelware Sonne

Die Sonne erwies sich in den ersten zwei Wochen des Frühlingsmonats März als seltener Gast, ganz im Gegensatz zum sonnigsten Dezember der Geschichte. „In Achenkirch beispielsweise strahlte die Sonne im Dezember ganze 115 Stunden lang vom Himmel, bis dato wurden im trüben März gerade einmal 17 Sonnenstunden registriert“, so Lukas. „Dies ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass ein normaler März aufgrund des höheren Sonnenstands im langjährigen Mittel rund zweieinhalb mal so viele Sonnenstunden aufweist wie der Dezember.“ Auch in Wien stehen 82 Sonnenstunden im Dezember nicht mehr als 31 Sonnenstunden in der ersten Märzhälfte gegenüber, diese Differenz dürfte aber selbst mit einem durchschnittlichen Rest-März noch aufgeholt werden.

Kontraste im Süden

Das Niederschlagssoll für den gesamten März wurde, ausgelöst durch anhaltenden Tiefdruckeinfluss über dem Mittelmeer, vom Brenner über Osttirol und Kärnten bis in den Süden der Steiermark nach nur zwei Wochen bereits erreicht oder sogar übertroffen. „Mit 151 Litern Regen und Schnee pro Quadratmeter liegt der Loibl-Pass an der Spitze, diese Menge kommt hier durchschnittlich im ganzen Monat zusammen“, sagt der Meteorologe. „Der Kontrast zum Wintermonat Dezember könnte dabei kaum stärker ausfallen: Nicht mehr als 0,2 Liter Regen und Schnee fielen im trockensten Dezember der Messgeschichte vom Himmel.“

Temperaturvergleich März 2016 (bis inkl. 13.03.) gegenüber Dezember 2015:

Station (Bundesland, Seehöhe) Durchschnittstemperatur Dezember 2015 Durchschnittstemperatur 01.03. – 13.03.16 Differenz
Patscherkofel (T, 2247 m) +1,3 -8,3 -9,6
Brunnenkogel (T, 3440 m) -5,3 -14,6 -9,3
Schmittenhöhe (S, 1973 m) +3,1 -5,8 -8,9
Villacheralpe (K, 2140 m) +1,8 -6,6 -8,4
Feuerkogel (OÖ, 1618 m) +4,0 -4,1 -8,1
Rax (NÖ, 1547 m) +3,2 -3,9 -7,1
Schöckl (ST, 1445 m) +3,7 -2,7 -6,4

Niederschlagsvergleich März 2016 (bis inkl. 13.03.) gegenüber Dezember 2015:

Station (Bundesland, Seehöhe) Niederschlagsmenge (l/qm) Dezember 2015 Niederschlagsmenge (l/qm) 01.03. – 13.03.16 Differenz (l/qm)
Loibl (K, 1101 m) 0,2 151,3 +151,1
Ferlach (K, 464 m) 0,2 94,5 +94,3
Eisenkappel (K, 623 m) 0,4 90,6 +90,2
Kötschach-Mauthen (K, 714 m) 0,0 86,2 +86,2
Sillian (T, 1080 m) 0,0 77,9 +77,9
Eibiswald (ST, 398 m) 4,8 77,0 +72,2
Mayrhofen (T, 633 m) 9,5 60,7 +51,2

Der Winter kommt zurück

UBIMET: Schneefall am Dienstag bis ins Flachland, 30 Zentimeter Neuschnee in den Nordalpen

Wien, 14.03.2016 – Ein kleines Tief, gefüllt mit Kaltluft, überquert am Dienstag von Nordosten her Österreich. Schneefall und Schneeregen bis ins östliche Flachland sowie kalter Nordwind sind die Folge. Am meisten Schnee fällt entlang der Nordalpen vom Salzkammergut ostwärts, vorübergehend kann es aber auch in tiefen Lagen weiß werden. Einen Vorgeschmack auf den Frühling bekommt man laut dem Wetterdienst UBIMET dann ab Donnerstag.

Am Dienstag zieht ein kräftiges Tief von Nordosteuropa über den östlichen Alpenraum in Richtung Golf von Genua. Das Resultat ist ein Comeback des Winters bis in tiefe Lagen. Schon am Dienstagmorgen setzt vom Mühl-, Wald- und Weinviertel ausgehend Schneefall ein, der sich rasch auf ganz Ostösterreich ausbreitet. „Pünktlich zum morgendlichen Berufsverkehr schneit es dann auch in Wien“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Der Schnee ist allerdings bei leichten Plusgraden sehr nass, somit wird sich höchstens vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden.“

Bis zum Abend überquert das Niederschlagsgebiet auch den Süden und den Westen des Landes, unterhalb von etwa 700 m handelt es sich hier aber um Regen. Im Osten beruhigt sich das Wetter vorübergehend wieder. Die Temperaturen kommen nirgends über -1 bis +8 Grad hinaus.

Mittwochfrüh winterliche Straßenverhältnisse

In der Folgenacht muss man in der Osthälfte neuerlich mit Schneefall und Schneeregen rechnen. „Am Mittwochmorgen sollte man sich in Teilen Niederösterreichs, Oberösterreichs und der Steiermark oberhalb von 300 bis 500 m auf winterliche Verhältnisse einstellen“, so Lukas. „Unterhalb davon, etwa im Raum Wien, reicht es bei leichten Plusgraden höchstens für etwas Matsch auf den Wiesen.“ Am Mittwoch tagsüber klingen Schneefall und Schneeregen allmählich überall ab, mit maximal 2 bis 9 Grad bleibt es jedoch kalt.

Am meisten Neuschnee fällt insgesamt von der Eisenwurzen bis in die Rax-Schneeberg-Region. Hier kommen auf den Bergen 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee dazu, der kräftige Wind sorgt zudem für Schneeverwehungen.

Frühling wagt einen Anlauf

Am Donnerstag nimmt der Hochdruckeinfluss zu, nach der Auflösung von einzelnen Nebelfeldern im Süden scheint häufig die Sonne und mit bis zu 14 Grad wird es mild. Am Freitag klettert das Quecksilber bei viel Sonnenschein sogar auf bis zu 16 Grad. „Speziell in Vorarlberg, Tirol, Kärnten und der Steiermark bekommt man dann einen ersten, richtigen Frühlingshauch zu spüren“, sagt Lukas.

Trübes und windiges Märzwochenende

UBIMET: Neuschnee in den östlichen Nordalpen, Sonne im Westen und Südwesten

Wien, 11.03.2016 – Mit einer kalten und vor allem in den unteren Luftschichten sehr feuchten Nordostströmung verläuft das Wochenende vielerorts trüb. Vor allem im Bereich der Nordalpen schneit und regnet es zeitweise, mehr als 20 Zentimeter Neuschnee gehen sich aber selbst auf den Bergen kaum aus. Längere sonnige Phasen gibt es nur im Süden und Westen. Der zum Teil kräftige Wind verschärft die Kälte zusätzlich. Die gefühlten Temperaturen liegen laut dem Wetterdienst UBIMET zum Teil nur bei -10 Grad.

Der Frühling kommt auch am zweiten Märzwochenende nicht in die Gänge. Im Großteil Österreichs überwiegen sowohl am Samstag als auch am Sonntag die Wolken und die Sonne zeigt sich kaum. Speziell vom Salzkammergut bis zu den Niederösterreichischen Voralpen sowie dem Wienerwald muss man immer wieder mit etwas Regen, oberhalb von 500 bis 800 m mit Schneefall rechnen. Die Mengen bleiben aber gering. „Selbst auf dem Ötscher, der Rax oder dem Schneeberg kommen in Summe nicht mehr als 20 Zentimeter Neuschnee zusammen“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Der starke Wind und die tiefen Wolken sorgen allerdings für starke Schneeverwehungen und schlechte Sicht.“

Die Temperaturen kommen in den trüben Regionen nicht über 2 bis 8 Grad hinaus, wobei es im Mariazellerland und Mostviertel am kältesten bleibt. Auf den Bergen liegen die Werte in 1.500 m zwischen -4 und -1 Grad.

Vom oberösterreichischen Donauraum bis ins Nordburgenland sowie am Alpenostrand verschärft zudem der Wind aus östlichen Richtungen die Kälte zusätzlich. „Bei Windspitzen von 50 km/h fühlen sich +5 Grad wie -10 Grad an“, sagt Lukas.

Lichtblicke im Westen

Die mit Abstand freundlichsten und mildesten Regionen sind diesmal Vorarlberg sowie Osttirol und Oberkärnten. Dort scheint zumindest gelegentlich die Sonne und es bleibt trocken. Die Temperaturen steigen zudem auf bis zu 12 Grad. „Vor allem der Raum Lienz zählt am Wochenende zu der wärmsten Region Österreichs“, sagt Lukas.

Gute Chancen auf Sonnenskilauf hat man im Hochgebirge. „Die feuchte Luft betrifft vor allem tiefere Schichten, die Gletschergebiete ragen somit zum Teil aus der Wolkendecke heraus.“

Neue Woche startet mit viel Sonnenschein, kälter ab Dienstag

Die neue Woche beginnt sonnig bei bis zu 13 Grad. Schon am Dienstag bringt aus heutiger Sicht eine Kaltfront aus Nordosten den Winter im Bergland allerdings schon wieder zurück. „Beständiges und warmes Frühlingswetter ist auch in der kommenden Woche nicht in Sicht“, so Lukas.

März 2016: Schwacher Polarwirbel bremst Frühling

UBIMET: Temperaturanstieg in der Stratosphäre um bis zu 50 Grad, weiterhin kein Frühling in Sicht

Wien, 09.03.2016 – Der diesjährige März hat bislang wenig Frühlingswetter zu bieten. Der Grund liegt unter Anderem in der derzeitigen, starken Erwärmung der Stratosphäre. Die Temperaturen erwärmen sich in dieser Schicht in 10 bis 50 Kilometer Höhe um bis zu 50 Grad. Das Resultat ist laut dem Wetterdienst UBIMET vergleichsweise kaltes Wetter. Dass der März aber generell ein ziemlich abwechslungsreicher Monat sein kann, beweist der Blick auf die Statistik. Wer den Frühling sucht, findet ihn in Südeuropa.

Die heuer im März vergleichsweise kalte Witterung ist unter Anderem das Resultat einer plötzlichen, starken Erwärmung der Stratosphäre. In dieser Schicht, 10 bis 50 Kilometer über dem Erdboden, bildet sich im Winterhalbjahr über dem Nordpol ein ausgeprägter Polarwirbel, der die Strömung in unseren Breiten bestimmt. Im Polarwirbel gehen die Temperaturen aufgrund der winterlichen Auskühlung der Luft auf bis zu -80 Grad zurück. Von einer starken Erwärmung spricht man bei einem Temperaturanstieg von rund 50 Grad. Die Auswirkungen einer Erwärmung sind für Europa von großer Bedeutung: „Der Polarwirbel ist in Mitteleuropa für die Westströmung verantwortlich“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Bricht der Polarwirbel zusammen, etwa durch eine plötzliche und starke Erwärmung, stellt sich die großräumige Strömung um und aus Norden und Osten kann kalte Luft bis zu den Alpen vordringen. Genau das ist derzeit der Fall.“

Das letzte Jahr mit einer starken Erwärmung der Stratosphäre war das Jahr 2013. Damals hielt sich im März im östlichen Flachland über mehrere Tage hinweg eine geschlossene Schneedecke und am 25. des Monats kam die Temperatur in Wien nicht über -1,5 Grad hinaus.

Im diesjährigen März liegen die Temperaturen ebenfalls unter dem langjährigen Schnitt. „In Wien wurde am Dienstag der erste zu kalte Tag seit Jänner registriert und auch in der nächsten Zeit bleibt es für die Jahreszeit zu kalt“, sagt Lukas.

Historische Fakten zum März in Österreich

Der Blick in die Klimastatistik beweist, dass gerade in Österreich im März von Dauerfrost und Schnee im Flachland bis hin zu sommerlichen Temperaturen alles möglich ist. Der 23. März 1977 ging in die Statistik ein. „Damals wurden in Gumpoldskirchen (NÖ) 27,5 Grad gemessen. Damit gab es bereits den ersten Sommertag, also einen Tag mit mehr als 25 Grad“, sagt Lukas. Ganz anders hingegen im Jahr 1987: In Waizenkirchen (OÖ) wurde mit -27,6 Grad die bis heute tiefste Märztemperatur gemessen. „In Schwechat (NÖ) und Graz (ST) gab es sogar noch 13 Eistage, also Tage, an denen die Temperatur nicht über 0 Grad steigt.“

Am meisten Märzschnee gab es aber 1988, wo selbst in Wien-Mariabrunn 60 Zentimeter der weißen Pracht lagen. „In den Alpen erreichten die Schneehöhen damals zum Teil sogar deutlich über 1,5 Meter“, so Lukas.

Wo ist derzeit Frühling in Europa?

Während im Norden und Osten Europas noch richtiges Winterwetter mit Tiefstwerten von unter -10 Grad dominiert, gibt es in Südspanien, Portugal oder auf den Kanarischen Inseln schon Frühlingswetter mit bis zu 22 Grad. „Europaweit am wärmsten ist es derzeit aber auf Zypern, wo am Wochenende sogar bis zu 27 Grad erreicht werden“, sagt Lukas.

Neuschnee zu Wochenbeginn

UBIMET: In den Südalpen Schneemassen wie zuletzt im Winter 2013/14

Wien, 07.03.2016 – Im Osten Kärntens und weiten Teilen der Steiermark hat die neue Woche mit Neuschnee begonnen. Vor allem im Oberen Murtal fielen bis zu 25 Zentimeter, aber auch sonst hat es verbreitet für 5 bis 15 Zentimeter gereicht. Stellenweise war es sogar das größte Schneefallereignis des Winters. Regelrecht mickrig erscheinen die Schneemassen im Vergleich mit den Südalpen: Stellenweise liegen hier laut dem Wetterdienst UBIMET bereits knapp 4 Meter.

Der Wochenbeginn hat dem Süden und Südosten wieder Neuschnee gebracht. Vor allem in Teilen Kärntens und der Steiermark hat es kräftig geschneit, wobei im Oberen Murtal am meisten Neuschnee zusammengekommen ist. „Im steirischen Seckau fielen seit gestern Abend 25 Zentimeter Neuschnee, auf der Stolzalpe bei Murau 20 Zentimeter“, sagt UBIMET Meteolroge Josef Lukas. „Aber auch im Lungau, in Unterkärnten, sowie im Mürztal und im Semmering-Wechsel-Gebiet hat es verbreitet für 5 bis 10, in höheren Lagen bis zu 15 Zentimeter gereicht.“ Damit handelt es sich hier zum Teil sogar um das stärkste Schneefallereignis des Winters.

Knapp 4 Meter Schnee in den slowenischen Alpen

Diese Schneemengen sind allerdings nichts im Vergleich zu den Schneemassen in den Südalpen: Auf der Villacher Alpe liegen fast zwei Meter, und am Loiblpass ein Meter Schnee. „Zuletzt gab es derartige Mengen im Winter 2013/14, sagt Lukas „Vor einem Jahr lag auf der Villacher Alpe hingegen nur ein halber Meter.“
In den Italienischen und Slowenischen Alpen hat es zum Teil noch deutlich mehr geschneit. Am Triglav, dem höchsten Berg Sloweniens im Julischen Gebirge, ist die Schneedecke mittlerweile sogar auf 3,75 Meter angewachsen. „In diesem Gebiet ist das allerdings nicht außergewöhnlich. Im Rekordwinter 2013/14 wurden hier sogar immer wieder über 5 Meter Schnee gemessen“, sagt der Meteorologe.
Ganz ähnlich die Situation in den Italienischen Alpen. Auch hier haben die Mittelmeertiefs am Wochenende regelrechte Schneemassen hinterlassen. Auf den Bergen liegen hier verbreitet zwischen 2 und 3 Meter Schnee und auch in den Tälern, oberhalb von rund 1.000 m, ist die Schneehöhe vor allem in Friaul und in der Lombardai auf bis 1,5 Meter angewachsen. „Zuletzt gab es derartige Schneemassen auch hier im Rekordwinter 2013/14“, so Lukas.

Zeit der Mittelmeertiefs

In den Südalpen sind solche Schneemassen aber nicht ungewöhnlich. Vor allem im Februar und März fallen binnen kurzer Zeit oftmals enorme Schneemegen. Der Grund dafür sind Mittelmeertiefs, die sich bilden, wenn kalte, polare Luft über das vergleichsweise warme Mittelmeer fließt. „Wenn diese Tiefs dann Richtung Alpen ziehen sind gerade in den Südalpen enorme Schneemengen die direkte Folge“, sagt Lukas. „Neben den Italienischen und Slowenischen Alpen sind davon häufig auch der Tiroler Alpenhauptkamm, Osttirol und Kärnten betroffen.“