April 2016: Milder Monat mit ruppigem Ende 

UBIMET: Wetterkapriolen verursachen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe

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Extremwerte Österreich April 2016. Stand: 28.04.2016, 09:00 Uhr.

Wien, 28.04.2016 – Der April wird trotz einer spätwinterlichen Phase am Monatsende österreichweit um etwa 1,5 Grad zu mild ausfallen, teilt der Wetterdienst UBIMET in einer ersten Bilanz mit. Während im Norden die Temperaturen dabei nur knapp über dem Monatsmittel zu liegen kommen, fällt der April im Süden teilweise um bis zu 3 Grad zu warm aus. In Erinnerung wird allerdings vorrangig das außergewöhnlich kalte Monatsende mit rekordverdächtigen Schneemengen im Süden und Frost selbst in den Niederungen bleiben. Stark betroffen ist in erster Linie die Landwirtschaft, wo Schäden in dreistelliger Millionenhöhe drohen.

Im April war zunächst von Wetterkapriolen über weite Strecken nichts zu sehen. Besonders die erste Woche fiel außergewöhnlich warm aus. Bereits am 5. des Monats wurde in Lutzmannsburg mit 27,2 Grad das absolute Monatsmaximum erreicht, Platz 2 belegt die Station Pottschach-Ternitz mit 26,8 Grad am 3. April. Überdurchschnittlich temperiert ging es auch danach weiter, erst am letzten Aprilwochenende leitete ein polarer Kaltluftvorstoß eine deutlich zu kühle Witterungsperiode ein.

Strenger Frost am Monatsende

Besonders kalt fielen die Nächte auf den 26. und 28. April aus, wo es verbreitet Morgenfrost gab. Bis auf -12,5 Grad sank das Quecksilber am Morgen des 28. in St. Michael im Lungau (S), doch selbst in tieferen Lagen gab es wiederholt Frost, soetwa in Melk (NÖ) mit -2,5 Grad. „Bedingt durch die über weite Strecken außergewöhnlich milde Witterung war die Entwicklung der Pflanzen schon sehr weit fortgeschritten, somit ging der Frost am Monatsende in der Landwirtschaft mit teils erheblichen Schäden einher“, so UBIMET-Wetterexperte Josef Lukas. Stark betroffen waren in erster Linie Obst- und Weinkulturen von Niederösterreich über die Steiermark und das Burgenland bis nach Kärnten.

Bis zu 50 cm Neuschnee in 12 Stunden

Schäden gab es jedoch nicht nur durch die tiefen Temperaturen, die Kombination von polarer Kaltluft und einem kräftigen Italientief sorgte am 27. besonders im Süden des Landes noch einmal für tief winterliche Verhältnisse. Von der Turracher Höhe bis zur Koralm sowie im Bereich der Karawanken fielen in kurzer Zeit auf den Bergen bis zu 50 cm Neuschnee, selbst in den tiefen Lagen wie etwa in Klagenfurt wurden bis zu 15 cm nasser Neuschnee gemessen. „Mit so viel Neuschnee innerhalb derart kurzer Zeit muss man Ende April in Kärnten höchstens alle 30 bis 50 Jahre rechnen“, so Lukas. Verkehrsbehinderungen, in erster Linie durch umgestürzte Bäume, waren die Folge. Klagenfurt war jedoch nicht die einzige Landeshauptstadt, die noch einmal Schnee abbekam. Auch in Innsbruck, Salzburg und allen voran Bregenz sorgten kräftige Schauer kurzzeitig für die Ausbildung einer Schneedecke.

Nasser Westen und Süden, Niederschlagsdefizit im Norden

Die Niederschlagsverteilung zeigt ein uneinheitliches Bild. Während im Mühl- und Waldviertel sowie teilweise auch im Osten das Soll nicht erreicht wird, fällt der Monat von Vorarlberg bis Kärnten vielerorts zu nass aus. Besonders vom Bodensee bis zum Vorderen Bregenzerwald wurde das Soll um rund 50 Prozent übertroffen, mit 205 Liter Regen bzw. Schnee pro Quadratmeter fiel der April in Alberschwende österreichweit am nassesten aus. „Im Bereich der Stubaier und Zillertaler Alpen regnete bzw. schneite es sogar um 60 bis 80 Prozent mehr als im Mittel“, sagt Lukas.

Sonnenplus im Südosten

Die Sonne hat von Kärnten über die Südsteiermark bis zum Mittel- und Südburgenland das Soll bereits drei Tage vor Monatsende verbreitet um 10 bis 25 Prozent überschritten. Im übrigen Bundesgebiet fehlen hingegen noch 10 bis 20 Prozent auf eine ausgeglichene Bilanz. Bis zum Monatsende wird der jeweilige Erwartungswert jedoch verbreitet erreicht werden, lediglich im Westen zeichnet sich ein Minus von etwa 10 Prozent ab.

Sturmböen von bis zu 104 km/h in St. Radegund

Der markante Kaltluftvorstoß am Monatsende schlägt sich auch in der Sturmbilanz nieder. Mit einer Spitzenböe von 104 km/h am Morgen des 24. belegt St. Radegund (ST) Platz eins in der Hitliste. Nennenswerte Sturmböen traten auch im Zuge eines Kaltfrontdurchzugs am 13. April auf, in Innsbruck wurden dabei Spitzenböen von 97 km/h registriert. Drei Tage später sorgte der Südföhn auf den Bergen Westösterreichs für Orkanböen, auch in die Täler griff der Wind mit Spitzen bis an die 90 km/h durch.

Extremwerte für April 2016 (Stand 28.04.2016, 09:00 Uhr)

Höchste Temperaturen (Bundesland, Tag)

27,2 Grad Lutzmannsburg (B, 05.)

26,8 Grad Pottschach-Ternitz (NÖ, 03.)

26,7 Grad Weyer (OÖ, 03.), Mattersburg, Andau (beide B, 05.)

Tiefste Temperaturen dauerhaft bewohnte Orte (Bundesland, Tag)

-12,5 Grad St. Michael im Lungau (S, 28.)

-11,8 Grad St. Jakob im Defereggen (T, 28.)

-10,6 Grad Obertauern (S, 28.)

Absolut nasseste Orte (Summe 1.3. – inkl. 27.4.)

205 l/m² Alberschwende (V)

182 l/m² Sulzberg (V)

171 l/m² Hopfgarten (T)

Absolut trockenste Orte (Summe 1.3. – inkl. 27.4.)

21 l/m² St. Radegund (ST)

22 l/m² Frohnleiten (ST)

22 l/m² Graz/Universität (ST)

Schneereichste dauerhaft bewohnte Orte (Bundesland, Seehöhe, Tag)

62 cm Schröcken (V, 1260 m, 01.)

56 cm Warth (V, 1475 m, 03.)

39 cm Preitenegg (K, 1035 m, 27.)

38 cm Eisenkappel (K, 623 m, 27.)

Sonnigste Orte (Sonnenstunden 1.3. – inkl. 27.4.)

206 Stunden Güssing (B)

205 Stunden Kleinzicken (B)

205 Stunden Leibnitz (ST)

Höchste Windspitzen in den Niederungen (Bundesland, Tag)

104 km/h St. Radegund (ST, 24.)

97 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 13.)

94 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 24.)

Höchste Windspitzen im Gebirge (Bundesland, Seehöhe, Tag)

158 km/h Rudolfshütte (S, 2304 m, 16.)

133 km/h Patscherkofel (T, 2247 m, 16.)

126 km/h Sonnblick (S, 3105 m, 16.)

 

Grafik: Extremwerte April 2016. Quelle: UBIMET

Tief ‚Uta‘ und Adriatief: Spätwinterliche Wochenmitte

UBIMET: Im Süden und Westen Schneefall bis in die Täler

Wien, 26.04.2016 – Das Tief ‚Uta‘ mit Zentrum über dem Norden Deutschlands bringt in den Alpen neuerlich den Winter zurück. Zusätzlich gerät der Süden des Landes in den Einflussbereich eines Italientiefs. Die Folge ist ein nasser und teils sogar winterlicher Mittwoch. Die Schneefallgrenze sinkt laut dem Wetterdienst UBIMET vielerorts bis in die Täler, in Kärnten bei starkem Niederschlag zum Teil sogar bis in tiefe Lagen.

Am späten Dienstagabend erreicht die Kaltfront des Tiefs ‚Uta‘ Westösterreich und damit sinkt von Vorarlberg bis Salzburg die Schneefallgrenze allmählich auf 900 bis 500 m ab. Somit muss man spätestens Mittwochfrüh auch im Rhein- und Inntal sowie in weiten Teilen Salzburgs mit Schneefall und zumindest einer dünnen Schneedecke rechnen. „Vor allem in Lagen oberhalb von 700 bis 1.000 m sollte man sich einmal mehr auf tiefwinterliche Verhältnisse im Frühverkehr einstellen“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. In den übrigen Landesteilen regnet und schneit es zwar ebenfalls verbreitet, speziell im Süden liegt die Schneefallgrenze aber zunächst oft noch oberhalb von 1.000 m.

Adriatief bringt Wintereinbruch im Süden, Schneebruchgefahr

Im Zuge eines Adriatiefs muss man allerdings auch vom Tiroler Alpenhauptkamm über den Salzburger Tauernbereich sowie in Osttirol, Kärnten und im Oberen Murtal im Laufe des Mittwochvormittags zunehmend mit starkem Schneefall bis in die Niederungen rechnen. „Vorübergehend kann es sogar im Klagenfurter Becken und in Villach weiß werden“, sagt Lukas. „Und auch in der Weststeiermark sowie im Grazer Bergland können sich vorübergehend Schneeflocken zum Regen mischen, liegen bleibt der Schnee hier aber nicht.“

Im Süden Kärntens zeichnen sich in höheren Lagen gebietsweise bis zu 30 Zentimeter Neuschnee ab. Damit besteht aufgrund der oft bereits belaubten Bäume erhöhte Schneebruchgefahr. „Zudem sollte man sich im Straßenverkehr auf schwierige, tiefwinterliche Bedingungen einstellen und nur mit Winterausrüstung unterwegs sein“, so Lukas.

Im Norden und Osten regnet es zumindest zeitweise und die Schneefallgrenze sinkt auf rund 600 m Seehöhe ab, allerdings halten sich die Niederschlagsmengen in Summe in Grenzen. Die Temperaturen kommen aber dennoch nicht über 3 bis 8 Grad hinaus.

Wetterberuhigung in der Nacht auf Donnerstag

Am Mittwochabend beruhigt sich das Wetter wieder überall und Regen und Schneefall klingen ab. Die Nacht auf Donnerstag verläuft trocken und zunehmend sternenklar. Damit wird es allerdings sehr kalt, speziell in den schneebedeckten Regionen muss man mit teils strengem Frost rechnen.

Deutlich mehr Sonne und bis zu 15 Grad hat dann der Donnerstag zu bieten. „Die spätwinterliche Wetterphase geht somit zumindest vorerst zu Ende“, so der UBIMET-Meteorologe.

Donnerstagsfrüh Ende April verbreitet frostig

UBIMET: Tiefstwerte stellenweise knapp unter -10 Grad

Wien, 27.04.2016 – Der April neigt sich zwar mit Riesenschritten dem Ende zu – die kälteste Nacht des Monats steht aber noch bevor. Bis Donnerstagfrüh gehen laut dem Wetterdienst UBIMET in manchen Alpentälern bei klarem Himmel die Temperaturen auf bis zu -10 Grad zurück und auch in den flachen Regionen wird es neuerlich vielerorts frostig. Ab Donnerstag nimmt die Frostgefahr wieder ab.

Der April zeigt uns zu seinem Ende noch einmal sein klirrend kaltes Gesicht: In der Nacht auf Donnerstag gehen die Temperaturen in manchen schneebedeckten Alpentälern bei wolkenlosem Himmel auf bis zu -10 Grad zurück. Damit steht die vielerorts kälteste Nacht dieses Aprils bevor. Der bisherige Monatstiefstwert an einem bewohnten Ort unterhalb von 1.500 m liegt bei -6,7 Grad und wurde am 26.in Mariapfarr (S) erreicht. „Diese Temperatur wird deutlich unterboten“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. „Die Kältepole werden in Tirol etwa der Raum Seefeld, in Salzburg die Tauerntäler und in der Steiermark das Obere Murtal sein.“

Verbreitet frostig und somit sehr kalt für Ende April verläuft die Nacht bei Tiefstwerten zwischen 0 und -5 Grad auch abseits der Alpen. „Die Gefahr von Frostschäden in der Landwirtschaft ist somit noch nicht gebannt“, sagt Lukas. Stellenweise frostfrei bleiben kann es am ehesten am Bodensee, im Donauraum, in und rund um Wien, im Nordburgenland sowie ganz im Süden und Südosten der Steiermark. „Hier verhindern schwacher Wind oder Wolken eine stärkere nächtliche Auskühlung“, sagt Lukas.

In den kommenden Tagen geht die Frostgefahr deutlich zurück, einzig in den Alpentälern bleibt leichter Frost weiterhin ein Thema.

Kurzer Blick in die Statistik

Der Rekordtiefstwert für April liegt an einem bewohnten Ort bei -19,7 Grad und wurde am 8. April 2003 in Seefeld (T) gemessen. In den Alpentälern kommen Temperaturen von unter -10 Grad im April im Schnitt alle zwei Jahre vor, allerdings meist in der ersten Monatshälfte. So wurden in Tannheim (T) am 9. April 2012 bitter kalte -13,9 Grad gemessen und am 2. April 2010 sehr frostige -12,1 Grad in Nauders. „In den flachen Regionen ist Frost im April zwar wesentlich seltener, kommt aber in den ersten 15 Tagen dennoch recht regelmäßig vor“, so Lukas.

Winterlicher Wochenstart: Schnee bis in tiefe Lagen

UBIMET: Lake-Effekt am Bodensee, Nachtfrostgefahr

Wien, 25.04.2016 – Der Montag brachte von Vorarlberg bis in die nördliche Obersteiermark einen Gruß vom Winter. Selbst in tiefen Lagen bildete sich zumindest eine dünne Schneedecke. In Teilen Vorarlbergs verstärkte der Lake-Effekt des Bodensees den Schneefall zusätzlich: Stellenweise fielen hier bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Winterlich geht es laut dem Wetterdienst UBIMET weiter: In der Nacht auf Dienstag droht selbst im Flachland vielerorts Frost und zur Wochenmitte zeichnet sich neuerlich Schneefall bis in tiefe Lagen ab.

Die letzte Aprilwoche startete in vielen Regionen richtig winterlich. Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich fiel Montagfrüh bis in tiefere Lagen Schnee. Vielerorts reichte es für eine dünne Schneedecke, wie etwa im Rheintal, im Inn- und Salzachtal oder im steirischen Ennstal. „Auch in den Landeshauptstädten Bregenz und Innsbruck kamen beim Weg in die Arbeit dicke Schneeflocken vom Himmel“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas. Am meisten schneite es aber in Teilen Vorarlbergs, wo durch den Lake-Effekt des Bodensees lokal bis zu 30 Zentimeter Neuschnee zusammengekommen sind.

Frostige Nacht auf Dienstag

Winterlich geht es in den kommenden Tagen weiter. Vor allem Dienstagfrüh muss man nach einer teils klaren, windstillen Nacht in vielen Regionen mit leichtem, gebietsweise sogar mäßigem Frost rechnen. Die Temperaturen gehen verbreitet auf 0 bis -6 Grad zurück, nur im östlichen Flachland und im Südosten kann es bei Werten zwischen 0 und +4 Grad stellenweise frostfrei bleiben. „Somit besteht bei empfindlichen Pflanzen erhebliche Frostgefahr“, sagt Lukas.

Adriatief mit Schnee bis in viele Täler

Nach einem milderen und zum Teil leicht föhnigen Dienstag folgt der nächste Wintereinbruch im Westen schon in der Nacht auf Mittwoch. Am Mittwoch tagsüber muss man im Zuge eines Adriatiefs im Großteil Österreichs mit kräftigem Regen und Schneefall rechnen, wobei sich die größten Regenmengen für Kärnten und die Steiermark abzeichnen. Die Schneefallgrenze liegt dabei von Nord nach Süd zwischen 400 und 900 m. „Somit kann es neuerlich bis in viele Täler schneien. Stellenweise besteht aufgrund der großen Schneemengen und der bereits belaubten Bäume sogar Schneebruchgefahr“, sagt Lukas.

Hintergrundwissen: Lake-Effekt am Bodensee

Der Lake-Effekt am Bodensee tritt meist in den Zwischenjahreszeiten auf, wenn kalte Luft aus Nordwesten über den See strömt. Die Luft wird beim Überströmen der vergleichsweise warmen Wasseroberfläche erwärmt und nimmt viel Feuchtigkeit auf. Dadurch entstehen kräftige Schauer, die hauptsächlich im Bereich des Pfänders niedergehen und sich dort stauen, wodurch sich der Effekt sogar noch verstärkt. „Betroffen ist dabei häufig ein kleines Gebiet zwischen Bregenz und Wolfurt bis hinein nach Alberschwende sowie zum Bödele“, so Lukas. „In Dornbirn oder direkt am See am Rohrspitz fällt zur gleichen Zeit oft viel weniger oder gar kein Niederschlag.“

Kaltfront zieht über Österreich hinweg

UBIMET: Böen lokal mehr als 100 km/h, rund 10 Grad Temperatursturz, Schneefall bis in einige Täler

Wien, 24.04.2016 – Die angekündigte Kaltfront von Tief STEFANIE hat Österreich in der Nacht überquert und den Frühling bis auf Weiteres verdrängt. Laut dem Wetterdienst UBIMET ging der Wetterwechsel im steirischen St. Radegund mit orkanartigen Böen von 104 km/h einher. In den Nordalpen kehrte über Nacht der Winter zurück, manch höhergelegene Täler zeigen sich heute früh in einem weißen Kleid. Markant ist der Temperatursturz von rund 10 Grad im Vergleich zum Vortag. Unterkühlt geht es auch in der neuen Woche weiter, der spätwinterliche Höhepunkt wird dabei am Mittwoch erreicht.

Zunächst erreichte die Kaltfront Vorarlberg und Tirol, in Jenbach wurden am Samstagabend stürmische Böen von 72 km/h gemessen. „Kaltfront und Sturm verlagerten sich über Nacht in den Osten des Landes, ins Nordburgenland sowie in einen Streifen vom Wiener Raum über die Bucklige Welt bis zum Grazer Bergland“, sagt UBIMET-Meteorologe Konstantin Brandes. „Gemessene 104 km/h in St. Radegund am Fuße des Schöckls entsprechen Windstärke 11, auf den Bergen des Alpenostrandes pfeift der Wind aktuell sogar mit mehr als 120 km/h über die Gipfel.“ Heute bleibt es zwar weiter windig, solch hohe Windgeschwindigkeiten sind aber nicht mehr zu erwarten. Lose Gegenstände sollte man dennoch sichern oder ins Haus räumen.

Rückkehr zum Spätwinter

Von Vorarlberg bis zum Mariazellerland hat es in der Nacht bereits bis auf rund 700 m geschneit, darüber präsentiert sich die Landschaft am Wahlsonntag ungewohnt weiß angezuckert. „Zudem gab es durch das Einfließen polarer Kaltluft einen markanten Temperaturrückgang von rund 10 Grad im ganzen Land“, so der Wetterexperte weiter. „Auf mehr als 20 Grad am Vortag folgen heute in Graz nur noch knapp über 10 Grad.“

Keine dauerhafte Erwärmung in Sicht

Auch in der neuen Woche geht es vorerst spätwinterlich weiter, bereits in der Nacht auf Montag gibt es in Vorarlberg die nächste Portion Neuschnee.

Der Montag selbst verläuft dann windig und mit 2 bis 12 Grad erinnern die Temperaturen nur wenig an Ende April. In den Nordalpen sowie in Ober- und Niederösterreich ziehen einige Regen-, schon oberhalb von 300 bis 700 m Schneeschauer durch.

Der Dienstag bringt nach einem trockenen Start von Nordwesten her schon den nächsten Regen und Schnee, diese erreichen am Nachmittag auch den Süden. Die Schneefallgrenze liegt untertags zwischen 600 und 1.300 m, mit 3 bis 16 Grad wird es im Südosten noch am mildesten.

Am Mittwoch kündigt sich dann im gesamten Land trübes und nasses Wetter an, im Westen und Norden schneit es bis auf 300 bis 500 m hinab, im Süden pendelt die Schneefallgrenze zwischen 500 und 800 m. „Die Temperaturen steigen nur noch auf 2 bis 9 Grad – der Tiefpunkt der kommenden Woche ist damit erreicht“, prognostiziert Brandes.

Frostschäden möglich

Schwierige Zeiten stehen neben Frühlingsfans auch für Gartenliebhaber und Landwirte an: Bei empfindlichen Obst- und Gemüsesorten sowie Grünpflanzen drohen Frostschäden. Derzeit stehen in höheren Lagen die Kirschbäume, in tieferen Lagen bereits die Apfelbäume in Vollblüte. „Helfen kann sich nur, wer die Pflanzen entweder mit einem Vlies schützt oder sie ins Haus bringt“, so der Meteorologe. Zum Schutz vor Frost besprühen manche Bauern ihre Bäume auch mit Wasser. Sobald die Temperatur unter null Grad sinkt, frieren die Wassertröpfchen zu Eis und die freiwerdende Kristallisationswärme schützt vor Frostschäden. „Der Nachteil dieser Methode ist allerdings, dass sie nur bei Windstille funktioniert“, sagt Brandes.

Kaltlufteinbruch: Sturm und Temperatursturz

UBIMET: Schneefall bis in tiefe Lagen, Frostgefahr in der Landwirtschaft

Wien, 22.04.2016 – Der Winter macht noch einmal Ernst: Wie bereits angekündigt zieht in der Nacht auf Sonntag eine massive Kaltfront über Österreich hinweg. Mit kräftigen Schauern und Sturm sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen rasch bis in die Täler, zum Montag hin teils sogar bis ins Flachland. Die Temperaturen kommen laut UBIMET bis Mitte kommender Woche auch tagsüber kaum über 0 bis +12 Grad hinaus, in den Nächten wird es frostig. Bei frostempfindlichen Pflanzen drohen daher Schäden.

Die Nacht auf Sonntag wird turbulent: Von Nordwesten her zieht eine Kaltfront durch, die Folge ist ein regelrechter Temperatursturz. Die Schneefallgrenze sinkt entlang der Nordalpen rasch auf 700 bis 500 m. Dazu muss man mit kräftigen Schauern und vor allem am Alpenostrand mit Sturmböen von bis zu 90 km/h rechnen. „Lose Gegenstände sollte man unbedingt sichern oder ins Haus räumen“, sagt UBIMET-Meteorologe Florian Pfurtscheller.

Spätwinterliche Alpennordseite

Ab Sonntag folgen einige für Ende April ausgesprochen kalte und unbeständige Tage. Schon oberhalb von 700 bis 1.000 m wird es speziell in den Nordalpen vom Bregenzerwald bis ins Mostviertel sowie in der nördlichen Obersteiermark richtig winterlich. „In diesen Regionen muss man zumindest bis Mitte nächster Woche immer wieder mit Schneefall rechnen“, sagt Pfurtscheller. „Außerdem schaffen es die Temperaturen hier auch tagsüber nur wenig über null Grad.“ Auf den Bergen zeichnen sich in Summe bis zu 50 Zentimeter Neuschnee ab.

Wetterbegünstigt bleiben die Regionen südlich des Alpenhauptkamms sowie das östliche Flachland, wo zumindest zeitweise die Sonne scheint. Allerdings verschärft der teils kräftige, in exponierten Lagen stürmische Wind das Kälteempfinden zusätzlich und ein paar Schnee- und Graupelschauer sind auch hier möglich. Tagsüber werden zwar mit mehr Sonne im Süden bis zu 14 Grad erreicht, nachts droht in windgeschützten Lagen allerdings Frost.

Frostschäden möglich

Schwierige Zeiten stehen für Gartenliebhaber und Landwirte an: Bei frostempfindlichen Obst- und Gemüsesorten sowie Grünpflanzen drohen Frostschäden. Derzeit stehen in höheren Lagen die Kirschbäume, in tieferen Lagen bereits die Apfelbäume in Vollblüte. „Helfen kann sich nur, wer die Pflanzen entweder mit einem Vlies schützt oder sie ins Haus bringt“, so der Experte. Zum Schutz vor Frost besprühen manche Bauern ihre Bäume mit Wasser. Sobald die Temperatur unter null Grad sinkt, frieren die Wassertröpfchen zu Eis und die freiwerdende Kristallisationswärme schützt vor Frostschäden. „Der Nachteil dieser Methode ist allerdings, dass sie nur bei Windstille funktioniert“, so Pfurtscheller.

Kalter Gang zur Stimmabgabe

UBIMET: Viele Wolken und Schneeschauer in den Nordalpen, etwas Sonne im Süden und Osten

Wien, 21.04.2016 – Die Wählerinnen und Wähler müssen sich beim Urnengang am Sonntag warm anziehen: Spätwinterliche Temperaturen, zahlreiche Schnee- und Graupelschauer sowie Nordwestwind mit Böen bis zu 80 km/h sorgen für Winterfeeling. Die Sonne zeigt sich laut dem Wetterdienst UBIMET am ehesten im östlichen Flachland sowie im nordföhnigen Süden zeitweise. Auf die Wahlbeteiligung könnte sich das allerdings positiv auswirken.

Der Urnengang zur Bundespräsidentenwahl am Sonntag findet von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie in der nördlichen Obersteiermark bei spätwinterlichem Aprilwetter statt. Mit kräftigem Nordwestwind ziehen hier einige Schnee- und Graupelschauer durch, wobei die Schneefallgrenze selbst tagsüber zwischen tiefen Lagen und 700 Metern liegt. Die Temperaturen kommen kaum über 1 bis 8 Grad hinaus. „Speziell in den Nordalpen muss man somit richtig winterfit sein“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas.

Den Wählerinnen und Wählern im Süden und Osten scheint hingegen speziell ab Mittag zeitweise die Sonne ins Gesicht und es bleibt oft trocken. Einzig in Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland kann man einzelne, kurze Regen- oder Graupelschauer nicht ganz ausschließen. Allerdings weht hier teils stürmischer, kalter Nordwestwind mit Böen von bis zu 80 km/h. „Die maximal 10 bis 14 Grad fühlen sich dadurch deutlich kälter an“, so der Meteorologe.

Wahlbeteiligung und Wetter

Eine Studie des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation besagt, dass in Deutschland bei jedem zusätzlichen Grad circa 100.000 Wähler den Wahlurnen fern bleiben. Aus Österreich liegen diesbezüglich zwar keine Zahlen vor, allerdings dürften sich die Wähler ähnlich verhalten. „Geht man nach dieser Studie, sollte die Wahlbeteiligung schon aufgrund der Wetterprognose durchaus hoch sein“, so Lukas.

UBIMET bei „Lange Nacht der Forschung“ 2016

Das Forschungsprojekt “CITI-SENSE” im Fokus und wie Wetterprognosen funktionieren

Wien, 20. April 2016 – UBIMET ist bei der 7. Langen Nacht der Forschung diese Woche zu Gast und zeigt an zwei Stationen, wie Wetterprognosen entstehen und präsentiert außerdem das internationale Forschungsprojekt zur Luftqualität in Städten, “CITI-SENSE”. Ein Team aus erfahrenen Meteorologen und Forschungsexperten beantworten im Science Center Simmering Wien Fragen aller Altersgruppen und geben exklusive Einblicke in die faszinierende Welt der Hochpräzisionsmeteorologie.

UBIMET setzt kontinuierlich neue Standards in der Hochpräzisionsmeteorolgie. Deshalb investiert der internationale Wetterdienst 25 Prozent des jährlichen Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Im Rahmen der 7. Langen Nacht der Forschung präsentiert Alexander Arpaci eines der spannendsten Projekte, “CITI-SENSE” in einem Vortrag. In neun Städten weltweit wird untersucht, wie die Bürger die Luftqualität ihrer Stadt wahrnehmen. Dabei werden neue Ansätze getestet, um die Luftqualität zu messen. “Wir stellen für das internationale Forschungsprojekt ‘CITI-SENSE‘ meteorologische Expertise zur Verfügung und unterstützen die Umsetzung des Pilotprojektes in Wien.” Das Forschungskonsortium besteht aus mehr als 30 internationalen Universtitäten und Forschungsinstituten.

“Mit der Teilnahme an Österreichs größtem Forschungsevent haben wir die Möglichkeit, die Menschen für das Thema Wetter zu sensibilisieren und zu zeigen, wie UBIMET neue Standards im Bereich Hochpräzisionsmeteorologie setzt”, sagt Josef Lukas, Medienmeteorologe bei UBIMET und einer der Experten vor Ort. Gemeinsam mit Kollege Lars Lowinski beantwortet er Fragen rund um die Entstehung einer präzisen Wetterprognose und wie der Arbeitsalltag der Meteorologen bei UBIMET aussieht.

Über 20 meteorologische Forschungsprojekte aus Energie und Mobilität, Smart Cities und Katastrophenmanagement hat UBIMET in den vergangenen Jahren erfolgreich durchgeführt. Ziel ist dabei die intelligente Anwendung von hochpräzisen meteorologischen Informationen bei der Planung und Steuerung von Energiebedarf, Verkehrsströmen, Stadtplanung, Gebäudemanagement sowie Katastrophenschutz und Risikomanagement.